Der deutsche Strommix: Stromerzeugung in Deutschland

648 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden 2016 in Deutschland erzeugt. Das sind 0,2% mehr als im Vorjahr. 29,5% davon kamen aus erneuerbaren Energiequellen, die damit weiterhin den ersten Platz im deutschen Strommix einnehmen. Rekordtag war der 8. Mai 2016. Um 13 Uhr wurden erstmals 86,3% des gesamten Strombedarfs durch Erneuerbare Energien gedeckt.

Der deutsche Stromverbrauch ist 2016 um 0,4% gegenüber dem Vorjahr gesunken bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum [1,8%]. Die CO2 -Emissionen des Stromsektors sind im Jahresverlauf um 1,6% zurückgegangen [auf 306 Mio. Tonnen].

Strommix: Woher kommt mein Strom?

Der Strommix für jeden einzelnen Verbraucher in Deutschland ist abhängig vom Versorger, den er wählt. Aus welchen Bestandteilen sich der Energiemix der einzelnen Stromanbieter zusammensetzt, fällt unter die Kennzeichnungspflicht. Sie beinhaltet die anteilmäßige Aufteilung der Energieträger, aus denen der Strom erzeugt wird und ist auf den Internetseiten der Versorger oder den meisten Stromvergleichsrechnern einzusehen.

Daten auf dieser Seite: BMWi, Destatis, Agora Energiewende, IWR, Fraunhofer, BDEW, ZSW, AEE, AGEB e.V..

Definition: Strommix

Definition: Strommix definition

Unter dem Begriff Strommix versteht man die anteilige Zusammensetzung des in Deutschland erzeugten Stroms nach Energiequellen. Der Deutsche Strommix setzt sich zu 30% aus erneuerbaren Energien und zu 70% aus konventionellen Energieträgern zusammen, wobei sich der Mix seit Jahren zugunsten der Erneuerbaren verschiebt. Der Bundesdeutsche Strommix ist nicht mit dem Mix einzelner Stromanbieter gleichzusetzen. Die Versorger sind aber gesetzlich verpflichtet [Stromkennzeichnung], über die individuelle Zusammensetzung ihres Stroms aufzuklären.

Strom-Report

Strommix 2016: Stromerzeugung in Deutschland

Energieträgerin Mrd. kWhin %
Kernenergie84,913,1
Braunkohle150,023,1
Steinkohle110,017,0
Erdgas78,512,1
Erneuerbare191,429,5
davon sind
Wasser21,53,3
Wind79,812,3
Photovoltaik38,35,9
Biomasse51,78,0
Sonstige Energieträger33,35,1
Stromerzeugung [brutto] gesamt648100,0

Das Stromjahr 2016 in Zahlen

648Milliarden Kilowattstunden
Bruttostromerzeugung 2016
28,7Cent pro Kilowattstunde
Durchschnittlicher Strompreis für Privathaushalte 2016
0,4Prozent
Rückgang des Stromverbrauchs gegenüber 2015
54,1Prozent
Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis
2,9Cent pro Kilowattstunde
Durchschnittlicher Großhandelspreis 2016 an der Strombörse
86,3Prozent
Tagesrekord der Erneuerbaren am Stromverbrauch
29,5Prozent
Anteil der Erneuerbaren an der Bruttostromerzeugung
306Millionen Tonnen
CO2-Emissionen des Stromsektors

Stromerzeugung in Deutschland im 1. Halbjahr 2017

Anteil der Energiequellen an der Nettostromerzeugung, 37,8% Erneuerbare im Strommix

Stromerzeugung Deutschland 2017, Strommix
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Die Erneuerbaren Energien haben in den ersten 6 Monaten des Jahres 10% mehr saubere Energie erzeugt. Steinkohle und Kernenergie haben Anteile verloren. Gas und Braunkohle legten zu.

Die Erneuerbaren Energien produzierten im ersten Halbjahr 2017 rund 104,5 Terawattstunden [TWh] Strom und konnten damit ihre Erträge um 10,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum [94,8] steigern. Dabei wurden einige Leistungsrekorde aufgestellt. Der Ökostrom-Anteil am deutschen Strommix liegt aktuell bei durchschnittlich 37,8%.

Am 30. April lieferten Erneuerbare Energien im Mittel fast 65% des Stroms in Deutschland. In der Spitze [13-15 Uhr] stieg der Erneuerbaren-Anteil sogar auf 85%. Dafür waren so wenig Kohlekraftwerke am Netz wie noch nie. Braun- und Steinkohle arbeiteten nur noch mit einer Leistung von 8 Gigawatt, was 16% ihrer Maximalleistung [50 GW] entspricht.

Windenergie steigert Ertrag um 18,6%

Die Windenergie produzierte in diesem Jahr bereits 49 TWh und liegt damit 18,6% über dem Ertrag von 2016. Am stärksten war der Februar mit 10 TWh. Das stürmische Wetter am 22.02. bescherte einen neuen Rekord. Deutsche Windkraftanlagen erzeugten 817 Gigawattstunden [GWh] Strom und deckten damit circa 52% des täglichen Energiebedarfs.
Am Samstag, den 18. März stellte die Branche einen neuen Leistungsrekord auf und speiste in Spitze Strom mit einer Leistung von 38.900 Megawatt [MW] in das deutsche Stromnetz ein.

Die Windenergie war damit die zweitstärkste Energiequelle nach der Braunkohle [68 TWh], aber vor Steinkohle [47 TWh], Kernenergie [32 TWh] und Erdgas [24 TWh].

Photovoltaik-Einspeisung steigt um 10,1%

Doch nicht nur die Windbranche konnte sich über sehr gute Erträge freuen. Photovoltaik-Anlagen produzierten bis Ende Juni 21 TWh und verbesserten damit ihr Ergebnis zum Vorjahreszeitraum um 10,1%. Am 27. Mai kamen deutsche Solaranlagen um 13 Uhr auf eine Einspeiseleistung von 30,7 Gigawatt, womit ebenfalls eine neue Rekordmarke aufgestellt wurde. Die Photovoltaik deckte damit 42% des Strombedarfs.
Im Mai 2017 war die monatliche Stromerzeugung von PV-Anlagen mit 5,57 TWh auf dem Niveau der Kernenergie [5,65 TWh].

Gemeinsam produzierten Solar- und Windenergieanlagen bisher 69 TWh und lieferten damit höhere Erträge als Braunkohlekraftwerke.

Die Stromerzeugung aus Biomasse und Wasserkraft blieb nahezu gleich.

Gewinne und Verluste bei den Konventionellen

Bei den konventionellen Energien ging die Stromerzeugung aus der Kernenergie um 17,6% zurück und auch Steinkohlekraftwerke lieferten 5,3% weniger Strom. Die Strombereitstellung aus Gaskraftwerken erhöhte sich um 16,1% und auch die Erzeugung aus Braunkohle stieg leicht an [+2,8%]. In Summe lag die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken 10,3% über dem Niveau des Vorjahres.

 Datenquelle ist die Berechnung des Fraunhofer ISE auf Basis der Informationen von 50 Hertz, Amprion, Tennet, TransnetBW, Destatis und der EEX. Es werden Nettodaten der Kraftwerke zur öffentlichen Stromversorgung dargestellt.  Fraunhofer ISE: Der Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung, d.h. dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag bei ca. 37,8%. Der Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung einschließlich der Kraftwerke der „Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden“ liegt bei ca. 34%."  Stromerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 

Strommix 2016: Stromerzeugung in Deutschland

Anteil der Energiequellen an der Bruttostromerzeugung

Stromerzeugung Deutschland 2016: Strommix
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Die Jahresauswertung der deutschen Bruttostromerzeugungsdaten zeigt ein leichtes Wachstum bei den Erneuerbaren Energien. Ökostom-Anlagen lieferten im Jahr 2016 rund 191,4 Terawattstunden [Mrd. kWh]. Somit wurde 2,1% mehr regenerativer Strom in das öffentliche Netz eingespeist als im Vorjahr [187,4 TWh].

Photovoltaikanlagen trugen im letzten Jahr 38,3 TWh zum deutschen Strommix bei. Die Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 1% verringert. Windenergieanlagen produzierten im Jahr 2016 circa 79,8 TWh und lagen damit minimal [0,6 TWh] über dem Wert von 2015. Der geringe Anstieg in der Stromerzeugung trotz hoher Ausbauzahlen im Windsektor ist den Wetterbedingungen geschuldet. Gemeinsam produzierten Solar- und Windenergieanlagen im vergangenen Jahr 118 TWh. und liegen damit auf dem zweiten Platz hinter der Braunkohle [150 TWh], aber noch vor der Steinkohle [110 TWh] und Kernenergie [84,9 TWh].
Die Wasserkraft produzierte 21,5 TWh, Biomasse [inkl. Siedlungsabfälle] speiste 51,7 THW ins Stromnetz ein. Beide liegen damit auf dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Stromerzeugung aus Kohle- und Kernkraftwerken hat 2016 leicht abgenommen. Kernkraftwerke lieferten 2016 rund 7,5% weniger Energie [84,9 TWh] was laut Fraunhofer ISE vor allem mit der Abschaltung des Reaktors Grafenrheinfeld im Juni 2015 zusammenhängt.

Auch die Stromerzeugung aus Braunkohlekraftwerken ging leicht zurück - 4,5 THW oder 2,9%. Steinkohle trägt nur noch 17% [110 TWh] zum Energiemix 2016 bei, was einem Verlust von 1,2 Prozentpunkten am Strommix entspricht. Der verminderte Kohleeinsatz schlägt sich laut Bericht der Agora Energiewende auch in der Klimabilanz nieder. Die CO2-Emissionen für die Stromproduktion gingen 2016 leicht zurück und lagen bei 306 Millionen Tonnen [-1,6% gegenüber 2015].

Besonders stark zugenommen hat 2016 die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken. Insgesamt erzeugten sie rund 78,5 Terawattstunden, was einer Steigerung von 26,6% im letzten Jahr entspricht. Der Grund für diesen Anstieg sind die gefallenen Großhandelspreise fur Erdgas. Mit einem Anteil von 12,1% am Erzeugungsmix lieferte Gas fast so viel Strom wie Kernkraftwerke [13,1%].

Laut Agora Energiewende liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch bei 32,3%, was einem Anstieg um 0,8 Prozentpunkte entspricht.

Bruttostromerzeugung nach Energieträgern in Deutschland 2016 [vorläufig]

Energieträgerin Mrd. kWhin %
Kernenergie84,913,1
Braunkohle150,023,1
Steinkohle110,017,0
Erdgas78,512,1
Erneuerbare191,429,5
davon:
Wasser21,53,3
Wind79,812,3
Photovoltaik38,35,9
Biomasse51,78,0
Sonstige Energieträger33,35,1
Stromerzeugung [brutto] gesamt648100,0

Warum unterscheiden sich die Strommix-Daten beim Strom-Report von denen anderer Institute, Vereine oder Webseiten?

Das liegt häufig an der Erhebung oder Aktualität der Daten. Die Stromproduktion wird in Deutschland als Nettostromerzeugung oder Bruttostromerzeugung angegeben und kann je nach Energieträger bis zu 8% abweichen. Die Erzeugungsdaten von Windenergie- und Solaranlagen werden von den Übertragungsnetzbetreibern hochgerechnet und stehen immer erst Ende September des Folgejahres zur Verfügung. Daher auch die Anmerkung "vorläufig".

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Der deutsche Strommix 2007 – 2016

Die Entwicklung der Stromerzeugung [brutto] nach Energieträgergruppen im 10-Jahres-Verlauf

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Die Stromversorgung in Deutschland setzt auf eine breiten Mix unterschiedlicher Energieträger, der sich in den letzten 10 Jahren deutlich zugunsten der erneuerbaren Energien entwickelt hat. Sonne, Wind & Co. konnten ihren Marktanteil im Erzeugermix mehr als verdoppeln [+117%]. Fossile Energiequellen tragen nur noch mit 70,5% zur Stromerzeugung bei. Beinahe jede dritte Kilowattstunde Strom stammt also bereits heute aus erneuerbaren Energien [29,5%].

2016 wurden in Deutschland insgesamt noch 456 Milliarden Kilowattstunden Strom aus fossilen Energieträgern gewonnen. Den stärksten Rückgang im 10-Jahres-Verlauf hatte dabei die Stromerzeugung aus Kernenergie zu verzeichnen. Nach einem leichten Anstieg in 2008 nahm sie bis 2016 um 8,8% ab und trägt heute nur noch zu 13,1% zum Strommix bei.
Die Verstromung von Steinkohle hat seit 2007 stetig abgenommen und insgesamt 5,2% Marktanteil verloren. Braunkohlekraftwerke produzieren seit 10 Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau [23,1%]. Der Beitrag zur Stromerzeugung ist nur um 1,1% zurückgegangen. Die Menge des Stroms aus Erdgas ist heute so hoch wie noch vor 10 Jahren und schwankte in der Zwischenzeit um etwa ± 2%.

Ein Ziel der Energiewende ist es, die Stromversorgung nach und nach auf erneuerbare Energien umzustellen, deren Anteil laut BMWi bis 2025 auf 40 bis 45% steigen soll. Heute, 9 Jahre bevor die Marke erreicht werden soll, tragen die Erneuerbaren Energien bereits knapp 30% zum deutschen Strommix bei.
Die Stromerzeugung aus Windenergie leistet mit 12,3% heute den größten Beitrag zum grünen Mix und konnte in der 10 Jahres-Entwicklung aufgrund steigender Ausbauzahlen ihren Anteil verdoppeln.
Trotz stagnierender Ausbauzahlen in den letzten 3 Jahren hat die Photovoltaik seit 2007 ein kräftiges Wachstum von 5,4% vorzuweisen. Die Sonnenverstromung hat sich so einen soliden Anteil von 5,9% am deutschen Strommix erwirtschaftet.

Biomasse hat ihren Beitrag zur grünen Stromerzeugung in der letzten Dekade permanent gesteigert und ist heute mit 7,9% zweitgrößter Produzent unter den Erneuerbaren.
Der Stromanteil aus Wasserkraft ist heute so hoch wie vor 10 Jahren [3,3%] und schwankte seit 2007 nur leicht zwischen 2,9 und 3,6%. [Datenquelle: AGEB e.V. Stromerzeugung nach Energieträgern 1990 - 2016]

Laut Energiewende-Analyse der Wirtschaftsberatung McKinsey ist das im Energiekonzept verankerte Ökostrom-Ziel von 45% im Jahr 2025 solide erreichbar.  

Strommix 2015: Stromerzeugung in Deutschland

Anteil der Erneuerbaren an der Bruttostromerzeugung steigt auf 30%

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2015 wird wieder ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien, so die Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft [BDEW]. Laut Hochrechnungen vom 21. Dezember haben die Erneuerbaren einen Anteil von 30% am Strommix 2015. Im Vorjahr waren es noch knapp 26% der Bruttostromerzeugung. In absoluten Zahlen erzeugen die regenerativen Energien 194,1 Milliarden Kilowattstunden [Mrd. kWh]. Insgesamt rechnet der BDEW mit einer Strommenge von 647,1 Mrd. kWh in diesem Jahr, was einer Zunahme von 3,1% entspricht.

Braunkohlekraftwerke produzierten 2015 weiterhin auf hohem Niveau, kommen aber nur noch auf rund 155,0 Mrd. kWh - 0,5% weniger als im Vorjahr. Steinkohle trägt 18,2% [118 Mrd. kWh] zum Energiemix 2015 bei.

Die Windenergie legte im Vergleich zum Vorjahr ordentlich zu [+46%] und erreicht einen Anteil an der Stromerzeugung von 13,3%. Windkraft an Land erzeugt aktuell einen Anteil von 12% am Strommix. Hinzu kommen 1,3% durch Offshore-Windenergieanlagen. 

Der Photovoltaik-Anteil steigt leicht auf 5,9%. Biomasse [einschließlich Bio-Siedlungsabfälle] geht etwas zurück auf 7,7%. Wasserkraft erzeugt ebenfalls etwas weniger Strom und sinkt auf 3%. Der Anteil der Kernkraft sink 2015 um 5,8% und liegt jetzt bei 14,1% des deutschen Strommixes. Erdgas trägt in diesem Jahr 8,8% zur Stromerzeugung bei, was einer Reduktion um 6,8% zum Vorjahr entspricht.

Bruttostromerzeugung nach Energieträgern in Deutschland 2015 [Prognose]

Energieträgerin Mrd. kWhin %Veränderung zu 2014 in %
Kernenergie91,514,1- 5,8
Braunkohle155,024,0- 0,5
Steinkohle118,018,2- 0,5
Erdgas57,08,8- 6,8
Erneuerbare194,130,0+ 19,4
davon:   
Wasser19,53,0- 0,4
Wind onshore77,912,0+ 39,3
Wind offshore8,11,3+ 458,8
Photovoltaik38,55,9+ 6,8
Biomasse44,26,8+ 2,1
Siedlungsabfälle5,70,9- 6,1
Geothermie0,1250,0+ 27,3
Sonstige Energieträger31,54,9- 3,2
Stromerzeugung [brutto] gesamt647,1100,0%+ 3,1

Strommix 2014: Stromerzeugung in Deutschland

Anteil der Erneuerbaren am Strommix steigt auf 26,2 Prozent

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2014 war ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien, so die Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zusammengenommen betrug der Anteil des Ökostroms demnach 26,2% am Strommix 2014. Im Vorjahr waren es noch 24,1%.

In absoluten Zahlen erzeugten die regenerativen Energien 160,6 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Braunkohlekraftwerke produzierten 2014 zwar weiterhin auf hohem Niveau, kamen aber nur noch auf rund 155,8 Mrd. kWh und stellten damit wie im Vorjahr 25,4% der Bruttostromerzeugung.

Windenergie erreichte einen Anteil an der Stromerzeugung von 9,1% und legte damit leicht zu, Photovoltaik stieg auf anteilig 5,7%, Biomasse (einschließlich Bio-Siedlungsabfälle) konnte eine Steigerung auf 8% erreichen, Wasser ging leicht zurück und hatte 2014 einen Anteil von 3,3% an der Bruttostromerzeugung.

Die Reduktionsquote der Steinkohlekraftwerke lag 2014 bei 1,4%, womit sie nur noch mit 17,8% zum Energiemix beitrugen. Der Anteil der Kernkraft stieg dagegen von 15,4% auf 15,8%, obwohl die absolute Produktionsmenge leicht sank. Der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung ist von 10,7% in 2013 auf 9,5% in 2014 erneut gesunken.

Akzeptanz von Kraftwerken in der Nachbarschaft

Hohe Zustimmung zu Erneuerbare-Energien-Anlagen im eigenen Wohnumfeld

Zustimmung Solar Wind Energie Atomkraft
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Laut einer Kantar Emnid-Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien für 95% der Deutschen sehr wichtig und die Mehrheit [65%] steht regenerativen Erzeugungsanlagen auch im eigenen Wohnumfeld positiv gegenüber. Knapp zwei Drittel der Befragten finden Solar- und Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft gut oder sehr gut. Haben die Befragten bereits Vorerfahrungen mit entsprechenden Anlagen in ihrer Nachbarschaft gemacht, steigt die Akzeptanz laut AEE. Bei den Solarparks erhöht sich die Zustimmung von 72 auf 94%, bei Windkraft von 57 auf 69% und bei Biogas von 39 auf 51%.

Im Gegensatz dazu...

ist die Akzeptanz gegenüber fossilen und atomaren Kraftwerken deutlich geringer. Aber auch bei fossilen steigt die Zahl der Befürworter mit dem Erfahrungswert. Bei Gaskraftwerken erhöht sich die Akzeptanz von 20 auf 50%, bei Kohlekraft von 5 auf 14%. Haben die Befragten allerdings bereits Vorerfahrungen mit Kernkraft, sinkt die Zustimmung von 6 auf 5%.

Im Jahr 2016 befürworteten 73% der Befragten [ohne Vorerfahrung] den Bau eines Solarparks im direkten Umfeld. Damit hat Solar einen Prozentpunkt verloren. Die Umfragewerte für Windkraftanlagen sind um 5% gestiegen, Gas und Kohle haben 1% Zustimmung verloren und Atomkraft legte 1% zu.

Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branche

Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland 2008 - 2013

Infografik Jobs durch erneuerbare Energien in Deutschland
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Der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland geht voran und erreicht mittlerweile einen Anteil von 26,2 % an der Gesamt-Stromerzeugung. Bis 2012 war die deutsche Energiewende auch ein Wachstumsmotor für den Arbeitsmarkt, denn die Beschäftigungszahlen stiegen innerhalb von acht Jahren um 150 %. Waren im Jahr 2004 nur etwa 160.000 Menschen in der Erneuerbaren-Branche beschäftigt, stieg die Zahl der Arbeitsplätze bis 2012 auf fast 400.000 an.

2013 ist die Beschäftigtenzahl dann mit rund 371.400 Stellen erstmals deutlich geschrumpft. In der Photovoltaik-Branche war der Rückgang am stärksten und wird auf den Nachfrage-Einbruch und den darauf folgenden Konsolidierungsprozess zurückgeführt. Die Zahl der Photovoltaik-Jobs ging von knapp 100.000 in 2012 auf etwa 56.000 im Jahr 2013 zurück. Erste Schätzungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft gehen von einem Verlust von weiteren 18.000 Arbeitsplätzen in 2014 aus.

In der Windbranche konnte im Jahr 2013 dagegen ein Zuwachs der Beschäftigung von knapp 17 % verzeichnet werden. In Deutschland waren 137.800 Menschen im Windsektor beschäftigt - 119.000 davon arbeiteten für die Windenergie an Land und 18.800 wurden Offshore eingesetzt.

Im Biomasse-Sektor lag die Beschäftigung mit rund 126.400 Personen fast auf Vorjahrsniveau (127.500).

Bei der Ermittlung der Beschäftigung wurden die direkten Arbeitsplätze berechnet, die mit der Herstellung und dem Betrieb der Anlagen zusammenhängen, aber auch die indirekte Beschäftigung bei Zulieferern und durch die öffentliche Hand. Insgesamt können laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie etwa 65 % der für 2013 ermittelten 371.400 Arbeitsplätze auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz zurückgeführt werden. Das sind genau 241.410.

Den Kohlebergbau-Sektor, der zu Beginn des Jahres 2015 nur noch  33.500 Menschen beschäftigte, stellen die erneuerbaren Energien schon lange in den Schatten. [Gesamtbelegschaft Steinkohle: 12.104 Stand Januar 2015, Beschäftigte im Braunkohlebergbau inkl. Braunkohlenkraftwerken: 21.406, Stand März 2015]

Quellen:
BMWi, Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland (2008 - 2014)
Bundesverbande Solarwirtschaft e.V., Statistikpapier "Photovoltaik"(aktualisierte Fassung 03/2015)

Stromverbrauch in Deutschland 2014

Energiebedarf nach Verbrauchergruppe und Anteil der Energiequellen am Strommix

Stromverbrauch in Deutschland und Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch
Energiewende, Erneuerbare Energien, Haushalte, Industrie, ökostrom, stromverbrauch

Das Jahr 2014 ist ein Meilenstein für die Energiewende. Die erneuerbaren Energien lagen erstmals auf Platz eins der deutschen Stromerzeugung und deckten 27,3 Prozent des inländischen Stromverbrauchs. Sie haben damit die Braunkohle vom ersten Platz im Strommix verdrängt. Seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 hat sich der Ökostrom-Anteil am Stromverbrauch schon mehr als vervierfacht [6% - 27%] und soll bis zum Jahr 2025 auf mindestens 40% steigen.

Der Stromverbrauch in Deutschland betrug 2014 insgesamt 576 Milliarden Kilowattstunden [Mrd. kWh] und damit 23 Mrd. kWh weniger als 2013. Das ist ein Rückgang um 3,8 Prozent innerhalb eines Jahres und wird in Zeiten mit solidem Wirtschaftswachstum als gutes Signal gewertet.

Mit einem Viertel des Stromverbrauchs [25%], also rund 144 Mrd. kWh, sind die privaten Haushalte die zweitgrößte Verbrauchsgruppe in Deutschland nach der Industrie [47%]. Die privaten Stromkunden konnten ihren Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr [157 Mrd. kWh in 2013] um 8% reduzieren.

Die erneuerbaren Energien produzierten 2014 mehr Strom als von deutschen Privathaushalten verbraucht wurde.

Ein Rekordtag für die erneuerbaren Energien war der 11. Mai 2014, an dem zeitweise 80% des gesamten inländischen Stromverbrauchs mit Ökostrom gedeckt werden konnte.

English version

Ihre Fragen und Kommentare zum Strommix in Deutschland

Energy Girl
@HansGipper die Zahlen bekommt man bei der EEX (https://www.eex.com/de/) oder den Fraunhofer Energy Charts (https://www.energy-charts.de/price_avg_de.htm) z.B. monatliche Börsenstrompreise in Deutschland in 2017 oder monatliche Außenhandelsstatistik elektrischer Strom in 2017
Prof.dr.hans gipper
Wie hoch ist der tägl./monatlich./jährlich. stromverkauf ins Ausland in kWh und € bzw Für Stromankauf? Mfg hans Gipper