News zur Strompreisentwicklung: So teuer wird der Strom 2019 in Deutschland. Umlagen, Netzentgelte

Stromkosten verjähren. Nur wann?

Einen großen Anteil der monatlichen Ausgaben müssen private Haushalte für Strom einplanen. Die Stromkosten werden meist zu Beginn des Monats als Pauschale gezahlt. Für eine kleine Familie mit 3.500 kWh Stromverbrauch im Jahr betragen die Kosten aktuell 84 €.

Wer monatlich zahlt, hat den Vorteil, dass immer nur ein Teilbetrag fällig wird und man nicht am Ende des Jahres plötzlich auf einer großen Rechnung sitzt. Nach Ablauf des Abrechnungsjahres werden die monatlichen Beträge mit den tatsächlich entstandenen Kosten (Grundgebühr + Verbrauch) verrechnet. Ein Überschuss wird ausgezahlt, bei Mehrverbrauch wird eine Nachzahlung fällig. Diese Jahresendrechnung für den Stromverbrauch bekommt der Stromkunde in der Regel per Post. Einige Energieversorger stellen die Stromrechnung im Kundencenter online zur Verfügung, wenn das so verabredet ist.

Ist die Schuldfrage entscheidend?

Nicht selten passiert es im Umzugsstress, dass man sich nicht rechtzeitig anmeldet. Zögert man die Anmeldung lange hinaus, können die monatlich noch überschaubaren Abschläge schnell zu mehrstelligen Beträgen werden. Häufig „vergessen“ aber auch die Stromversorger die Abrechnung jahrelang aufgrund fehlerhafter interner Abläufe oder es gibt Fehler in der Abrechnung wegen eines falsch abgelesen Zählers.
Die geforderten Nachzahlungen sind oft eine große wirtschaftliche Belastung, der nicht jeder gewachsen ist. Auf wessen Seite das Verschulden für die Verzögerung liegt, ist für das Begleichen und die Verjährung der Stromrechnung unerheblich.

Was sagt das Gesetz zur Verjährung der Stromrechnung?

Die Rechtslage ist leider nicht eindeutig geklärt. Im Allgemeinen beträgt die Verjährungsfrist bei Forderungen nach § 199 Abs. 1 BGB drei Jahre nach Erbringen der Leistung. Die Frist beginnt allerdings erst mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

Für Stromanbieter gilt jedoch eine Ausnahmeregelung, sodass die Frist erst mit der Ausstellung der Abrechnung beginnt (§ 17 Stromgrundversorgungsverordnung). Eigentlich ist der Stromanbieter verpflichtet, die Abrechnung innerhalb eines Zeitraumes zu erstellen, der zwölf Monate nicht „wesentlich“ überschreitet.

Lieferanten sind verpflichtet, den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abzurechnen.

§ 40 Energiewirtschaftsgesetz

Was „wesentlich“ hierbei bedeutet, sagt der Gesetzgeber nicht. Auch nicht, was passiert, wenn die Frist nicht eingehalten wurde. Es ist deshalb grundsätzlich möglich, dass verbrauchter Strom noch Jahrzehnte später in Rechnung gestellt wird. Rechtsprechung hierzu gibt es wenig.

Sind die Forderungen jünger als 3 Jahre und hatten Sie in der Zeit eine Preiserhöhung, besteht evtl. das Recht zum Widerspruch. 

Widerspruch gegen Strompreiserhöhung

Ist Ihre Nachzahlung bei der Stromabrechnung gerechtfertigt? Fragen Sie nach!

Wenn Sie Rat suchen, rufen Sie die kostenlose Nummer der Verbraucherzentrale an. Hier kann man Ihnen helfen: 0 800/809 802 400
Sollten Sie juristische Hilfe benötigen, empfiehlt man Ihnen dort einen Anwalt, mit Erfahrung auf diesem Gebiet. (Bedenken Sie, dass Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten für den Rechtsstreit übernimmt.)

* Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung
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Ihre Erfahrungen zur Verjährung der Stromrechnung

Energy Girl
Hallo K.H. Müller, wir dürfen keine Rechtsberatung durchführen, daher würde ich einen Anruf bei der Verbraucherzentral empfehlen. Die Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit. Grundsätzlich stellt sich aber die Frage: gibt es einen Anlass an der Verjährung zu zweifeln? Herzliche Grüße Energy Girl
Karl Heinz Müller
Ich habe eine ehöhte Stromrechnung erhalten Schlußrechnung vom16.3.2015 .habe dagegen Berufung eingelegt,daß ich unmöglich soviel Strom verbraucht heben kann.Dann ging einige mails hin und her,und ich habe darauf bestanden,daß der Stromzähler überprüft erden muß.Daruf hin war eine lange Zeit funkstille,ich habe nichts mehr gehört.Nach 2 Jahre habe ich die Unterlagen entsogt,weil ich dachte die Angelegenheit ist erledigt. Am 27.4.2017 wurde ein neuer Stromzähler eingebaut.Aber ich habe bis zum Zeitpunktder Zustellung einer Ansprusbegründung vom Amtsgericht Offenburg am 21.4.2018 nichts mehr gehört oder gelesen Meine Frage ? Nach 3 Jahre nach Rechnungstellung ist nach Auskunft die Verjährung rechtskräftig. Was in diesem Falle doch gegeben ist. Mit Grß K.H.Müller bitte um Antwort
Juristisches Wochenblatt
Die Endabrechnung eines Stromanbieters bedeutet nicht, dass Nachforderungen ausgeschlossen sind und diese können auch nach längerer Zeit noch zugestellt werden. Das zeigt eine Entscheidung des Amtsgerichts München AZ 264 C 3597/17 Nach Ansicht des Gerichts müssen Stromkunden diese Rechnungen noch innerhalb einer Verjährungsfrist von 3 Jahren bezahlen.