2018-06-23

Strompreiserhöhung 2018: Hier steigen die Strompreise

Jedes Jahr im November bekommen viele Verbraucher Post von ihrem Stromanbieter mit den Konditionen für das neue Jahr. Am Montag [21.11.2018] endete die Ankündigungsfrist für Preisänderungen zum Jahreswechsel. Gute Nachrichten gab es hierbei nur selten, denn 46 Versorger erhöhen die Strompreise um durchschnittlich 3,1%. Die meisten Strompreiserhöhungen werden in Nordrhein-Westfalen [15] und Baden-Württemberg [13] durchgesetzt. In den betroffenen Gebieten sind 1,8 Millionen Haushalte gemeldet.

Dieser Preisanstieg bedeutet für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh [Kilowattstunden] Mehrkosten von etwa 30 € im kommenden Jahr. Die Spanne der Preiserhöhungen ist hoch, der Spitzenwert liegt aktuell bei 13 % in Nordrhein-Westfalen [Versorger EVI].

Verivox meldet:
42 Anbieter mit Strompreiserhöhungen von im Schnitt 2,8%
39 Versorger mit Strompreissenkungen von rund 2%

Check24 meldet:
13 Stromversorger mit Preissteigerungen um etwa 2,4 %
15 Stromanbieter senken die Preise um durchschnittlich 2%

Liste der Strompreiserhöhungen für 2018

In diesen Versorgungsgebieten müssen Stromkunden auch 2018 wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Stromanbieter erhöhen die Preise für mindestens einen ihrer Tarife.

VersorgerDatumBundeslandStrompreiserhöhung
Stadtwerke Tübingen01.01.2018Baden-Württemberg5,0 %
Stadtwerke Heidelberg Energie01.01.2018Baden-Württemberg3,7 %
Stadtwerke Schorndorf01.01.2018Baden-Württemberg1,3 %
Energie Calw01.01.2018Baden-Württemberg1,4 %
Stadtwerke Bad Wildbach01.01.2018Baden-Württemberg1,6 %
Stadtwerke Fellbach01.01.2018Baden-Württemberg1,6 %
Stadtwerke Mengen01.01.2018Baden-Württemberg1,7 %
Stadtwerke Bad Saulgau01.01.2018Baden-Württemberg1,9 %
Elektrizitätswerk Karl Stängle01.01.2018Baden-Württemberg2,7 %
Gemeindewerke Sinzheim01.01.2018Baden-Württemberg3,3 %
Stadtwerke Gaggenau01.01.2018Baden-Württemberg4,0 %
Stadtwerke Rottenburg am Neckar01.01.2018Baden-Württemberg5,4 %
Stadtwerke Walldorf01.01.2018Baden-Württemberg7,0 %
Stromversorgung Schierling01.01.2018Bayern2,2 %
Stadtwerke Bamberg01.01.2018Bayernn.a.
EVU Markt Kipfenberg01.01.2018Bayern1,6 %
Stadtwerke Zirndorf01.01.2018Bayern2,1 %
Lechwerke01.01.2018Bayern3,3 %
Überlandwerk Krumbach01.01.2018Bayern3,3 %
Stadtwerke Ebermannstadt01.01.2018Bayern3,4 %
EZV Energie & Service01.01.2018Bayern5,0 %
Energie und Wasser Potsdam01.01.2018Brandenburgn.a.
Stadtwerke Wittenberge01.01.2018Brandenburg2,3 %
Stadtwerke Mühlheim am Main01.01.2018Hessen2,6 %
Stadtwerke Schüttorf-Emsbüren01.01.2018Niedersachsen1,9 %
Stadtwerke Bochum GmbH01.01.2018Nordrhein-Westfalen4,1 %
AVU01.01.2018Nordrhein-Westfalen3,9 %
Stadtwerke ETO01.01.2018Nordrhein-Westfalen2,5 %
enwor – energie & wasser vor ort GmbH01.01.2018Nordrhein-Westfalen0,9 %
Stadtwerke Emsdetten01.01.2018Nordrhein-Westfalen1,3 %
enni Energie & Umwelt Niederrhein01.01.2018Nordrhein-Westfalen1,4 %
Technische Werke Osning01.01.2018Nordrhein-Westfalen1,6 %
Stadtwerke Jülich01.01.2018Nordrhein-Westfalen1,7 %
Stadtwerke Nettetal01.01.2018Nordrhein-Westfalen2,5 %
Stadtwerke Freudenberg01.01.2018Nordrhein-Westfalen2,5 %
Stadtwerke Witten01.01.2018Nordrhein-Westfalen3,5 %
Stadtwerke Münster01.01.2018Nordrhein-Westfalen3,6 %
Stadtwerke Werl01.01.2018Nordrhein-Westfalen3,8 %
Stadtwerke Ratingen01.01.2018Nordrhein-Westfalen4,1 %
EVI Energieversorgung Ihmert01.01.2018Nordrhein-Westfalen13,0 %
Stadtwerke Saarlouis01.01.2018Saarland2 %
Stadtwerke Völklingen01.01.2018Saarland5,0 %
Stadtwerke Wedel GmbH01.01.2018Schleswig-Holstein6,3 %
Stadtwerke Pinneberg01.01.2018Schleswig-Holstein2,3 %
Stadtwerke Elmshorm01.01.2018Schleswig-Holstein2,6 %
Stadtwerke Geesthacht01.01.2018Schleswig-Holstein1,3 %
Quelle: Stromanbieter, Check24
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Es werden weitere Strompreiserhöhungen für 2018 erwartet

Flächendeckende Strompreiserhöhungen wie im Vorjahreszeitraum konnten vermieden werden, dennoch bemängeln Verbraucherschützer den fehlenden Willen der Versorger, die in viele Gebieten stark gesunkenen Netzentgelte an die Stromkunden weiter zu geben. Die EEG-Umlage ist zudem in diesem Jahr ebenfalls leicht gesunken.

Die 4 Stromriesen Eon, EnBW, Innogy (ex RWE) und Vattenfall halten die Preise zunächst stabil, doch in den vergangenen beiden Jahren wurden Preissteigerungen zum April nachgeholt. Diese Verzögerung wird nun auch von anderen Marktteilnehmern erwartet.

Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW rät dazu, ”den Tarif zu überprüfen und einen Anbieterwechsel in Betracht zu ziehen”, denn seit dem Jahr 2000 habe sich der Strompreis mehr als verdoppelt.

Reaktion auf die Strompreiserhöhung

Stromversorger müssen Preiserhöhungen 6 Wochen vor in Kraft treten schriftlich ankündigen. Bekommt man eine solche Nachricht, sollte man so schnell wie möglich handeln. Soll mehr gezahlt werden, lohnt ein kostenloser Stromvergleich. 2017 konnte bei einem Wechsel zu einem Alternativversorger durchschnittlich 259 € gespart werden. [Quelle Check24].

Generell können Kunden, die eine Strompreiserhöhung bekommen haben, von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Dabei ist es unerheblich, womit die Preiserhöhung begründet wird – so haben es das Oberlandesgericht [OLG] Düsseldorf 2016 und der Bundesgerichtshof [BGH] 2017 entschieden.

OLG Urteil vom 5. Juli 2016, Az. I-20 U 11/16, BGH Urteil vom 5. Juli 2017 Az. VIII ZR 163/16

 Musterbrief Kündigung nach Preiserhöhung der Verbraucherzentrale

Viele Stromkunden können Preiserhöhungen nicht nachvollziehen

Viele Stromkunden verstehen nicht, wie sich ihre Stromrechnung zusammensetzt, denn meist ist diese sehr unübersichtlich. Laut einer Umfrage von Fresh Energy [Eprimo] konnte jeder dritte Verbraucher nicht nachvollziehen, weshalb eine Nachzahlung angesetzt wurde. Jeder sechste Befragte bemängelte, dass die Stromrechnung nicht gut erklärt, wie viel Strom verbraucht wurde und damit die Kontrolle über die Kosten verloren geht.

Liste der Strompreissenkungen für 2018

In einigen Gebieten können sich Kunden über sinkende Strompreise freuen. Die 12 Anbieter haben Preissenkungen von durchschnittlich 1,8% angekündigt.

BundeslandDatumBundeslandStrompreissenkung
Vorarlberger Kraftwerke AG01.01.2018Bayern-0,7 %
WEMAG AG01.01.2018Brandenburg-1,6 %
Mainova AG01.01.2018Hessen-1,8 %
Osterholzer Stadtwerke GmbH & Co. KG01.01.2018Niedersachsen-1,5 %
Stadtwerke Bielefeld GmbH01.01.2018Nordrhein-Westfalen-4,5 %
Gemeindewerke Budenheim01.01.2018Rheinland-Pfalz-1,3 %
Stadtwerke Bliestal GmbH01.01.2018Saarland-1,9 %
Stadtwerke Bexbach GmbH01.01.2018Saarland-1,0 %
Stadtwerke Niesky GmbH01.01.2018Sachsen-3,4 %
Stadtwerke Leipzig GmbH01.01.2018Sachsen-1,0 %
EV Halle GmbH01.01.2018Sachsen-Anhalt-1,1 %
Stadtwerke Arnstadt GmbH01.01.2018Thüringen-1,7 %

 

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