STROMPREIS IN DEUTSCHLAND

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist seit der Jahrtausendwende von 13,94 auf 29,16 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 109% beziehungsweise 6% pro Jahr. In diesen 29,16 Cent sind die Kosten für Stromerzeugung, Transport und alle Steuern und Abgaben enthalten.

Die Steuern, Abgaben und Umlagen haben sich seit 2000 fast verdreifacht [von 5,19 auf 16,1 Cent]. Insgesamt machen die staatlichen Belastungen heute mehr als die Hälfte des Strompreises aus [55%]. Auf Netzentgelte entfallen fast 26% und die verbleibenden 19% bekommt der Stromanbieter für die Stromerzeugung.

Im ersten Quartal 2017 erhöhten bereits 430 Grundversorger die Strompreise um durchschnittlich 3,5%. Betroffen sind Gebiete mit etwa 17 Millionen Haushalten. Weitere Preisanpassungen werden erwartet, sodass sich der Trend nach oben fortsetzen wird.

Entwicklung Strompreis 10 Jahre [pro kWh]
Jahr
Strompreis Cent/kWh
Steuern, Abgaben, Umlagen
Netz-entgelte
Strom-erzeugung
201729,1655 %26 %19 %
201628,6954 %24 %22 %
201528,6852 %23 %25 %
201429,1452 %23 %25 %
201328,8450 %23 %27 %
201225,8945 %24 %31 %
201125,2345 %23 %32 %
201023,6941 %25 %34 %
200923,2138 %25 %37 %
200821,6539 %27 %34 %

Zusammensetzung Strompreis 2017

Durchschnittlicher Strompreis für Haushaltskunden in Deutschland

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Der Strompreis für private Verbraucher lag Anfang 2017 bei durchschnittlich 29,16 Cent pro Kilowattstunde und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 1,3% gestiegen.

Dieser Verbraucher-Strompreis setzt sich aus 3 Haupt-Bestandteilen zusammen:

19,3% für Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält.
55,1% für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.
 25,6% für die Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt.

Die staatlichen Belastungen haben 2017 mit einem Anstieg auf 55% ein neues Rekordhoch erreicht [+1,9% zu 2016]. Sie sind in den letzten 10 Jahren von 7,4 Cent auf 16,1 Cent gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt. [10 Jahres-Verlauf +118% | seit Liberalisierung des Strommarktes 1998 + 294%]

Der größte Teil im Bereich "Steuern und Abgaben" ist mit 23,6% die EEG-Umlage[10 Jahres-Verlauf +493%]

Den zweitgrößten Kostenblock in diesem Jahr verursachen die Netzentgelte. Sie erreichen aktuell einen Anteil von 25,6%. Die Steigerung um 6,7% wird mit dem erforderlichen Netzausbau im Rahmen der Energiewende begründet. [10 Jahres-Verlauf +27%]

Der Anteil, den der Stromanbieter für die Stromerzeugung erhält, ist in diesem Jahr auf 19,3% gesunken. Die Kosten haben sich aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen um mehr als 10% zum Vorjahreswert verringert. [10 Jahres-Verlauf -22%]

Erläuterungen zu den Preisbestandteilen

Stromsteuer: Teil der Ökosteuer, wurde 1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt, fließt jetzt aber zu einem großen Teil in die Rentenversicherung.

Umsatzsteuer: Mehrwertsteuer in Höhe von 19% auf alle Preisbestandteile, macht rechnerisch etwa 16% des Brutto-Preises aus.

EEG-Umlage: Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Der Betreiber einer Ökostrom-Anlage, z.B. Wind oder Sonne, erhält für jede eingespeiste Kilowattstunde eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die über dem Marktpreis liegt. Die EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis und dem garantierten Vergütungspreis des Stroms.

KWK-Umlage: 2002 eingeführte Umlage zur Förderung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

§19 NEV- Umlage: 2012 eingeführte Umlage, um die ermäßigten Netzentgelte für Industrieunternehmen zu finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage: 2013 eingeführte und auf 0,25 Cent gedeckelte Umlage zur Finanzierung von Schadensersatzforderungen, die durch Verzögerungen und Ausfälle bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks entstehen könnten.

Konzessionsabgabe: von der Kommune erhobenes Wegerecht für den Bau und Betrieb von Leitungen.

Netznutzungsentgelte: Kosten, die vom Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch ihre Netze erhoben werden. Davon werden die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes bezahlt. Das deutsche Stromnetz hat übrigens eine Gesamtlänge von rund 1,9 Millionen Kilometern.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW], Berechnungsgrundlage: Haushalt mit3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch

Strompreisentwicklung private Haushalte 2000 – 2017

Strompreise für private Haushalte beim Verbrauch von 3.500 kWh|Jahr

Strompreisentwicklung 20 Jahre
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Die Strompreise für private Haushalte sind seit Jahren im Aufwärtstrend und haben Anfang 2017 das Rekordhoch von 29,16 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh] erreicht. Bis Ende des Jahres ist mit einem weiteren Anstieg des Preisniveaus zu rechnen. Wegen der zur Jahreswende gestiegenen Netzentgelte und EEG-Umlage hat bereits im 1. Quartal 2017 beinahe jeder zweite Grundversorger [430] die Preise um Ø 3,5% erhöht.

Seit der Jahrtausendwende ist der Strompreis von 13,94 auf 29,16 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 109% beziehungsweise 6% pro Jahr.

Zu Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 fielen die Einkaufspreise für Strom an der Börse deutlich und die zunehmende Menge an Strom aus erneuerbaren Energien lassen den Großhandelspreis weiter sinken. Laut Statistischem Bundesamt profitieren die Privathaushalte davon nicht.

Quelle: Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Stromrechnung 3-Personen-Haushalt 2010 – 2017

Durchschnittliche monatliche Stromrechnung beim Verbrauch von 3.500 kWh|Jahr

Strompreisentwicklung 10 Jahre
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Laut Strompreis-Analyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW] ist der Strom für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden in diesem Jahr wieder teurer geworden.

Die durchschnittliche monatliche Belastung ist mit etwas mehr als 85 € im Vergleich zu 2016 um etwa 1,3% gestiegen, was mit der Verteuerung der gesetzlichen Umlagen und der Netzentgelte begründet wird.

Der Anteil "Steuern und staatlich veranlasste Abgaben" ist zu Beginn des Jahres 2017 um 1,9% auf ein neues Rekordhoch von 55% gestiegen. In vielen Versorgungsgebieten wurden die Netzentgelte ebenfalls erhöht, sodass die monatlichen Stromkosten bis Jahresende für Endkunden weiter steigen werden.

Strompreiserhöhungen in Deutschland 2017

Preiserhöhungen der Grundversorger privater Stromkunden ab Januar 2017

Strom Preiserhöhung 2017
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Seit Beginn des Jahres haben bereits 430 der knapp 900 Grundversorger die Strompreise erhöht oder es angekündigt. Betroffen sind 17 Millionen Haushalte, die meisten davon in Bayern und Sachsen. Insgesamt erhöhen die Stromanbieter ihre Preise um durchschnittlich 3,5%. Dieser Preisanstieg bedeutet für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) Mehrkosten von 41 Euro. Die Spanne der Preiserhöhungen ist hoch, der Spitzenwert liegt aktuell bei 15,2% in Bayern.

Die Versorger führen für die Preiserhöhungen zwei Gründe an: Die gestiegene EEG-Umlage und die höheren Netzentgelte. Weitere Preissteigerungen werden im Jahresverlauf erwartet.

Diese Anbieter erhöhen die Strompreise 2017

Strompreis für den 3-Personen-Durchschnittshaushalt

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Entwicklung der EEG-Umlage 2010 – 2017

EEG-Umlage für Haushalts- und Gewerbekunden in Deutschland

Entwicklung der EEG-Umlage
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Die EEG-Umlage erhöht sich 2017 um 0,53 Cent und beträgt ab 1. Januar 6,88 Cent pro Kilowattstunde [2016: 6,35 Cent]. Das ist ein Zuwachs von 8,3% nach einer Steigerung von 3% in 2016. Jedes Jahr zum Stichtag 15. Oktober wird die EEG-Umlage für das Folgejahr offiziell bekannt gegeben.

Zum Zeitpunkt der Berechnung der EEG-Umlage für 2017 war das EEG-Konto mit 1,9 Milliarden Euro im Plus [2015: 2,5 Mrd.]. Der Kontostand ist Teil der Gebührenkalkulation.

Die EEG-Umlage ist im Jahr 2017 mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde mehr als 36-mal so hoch wie zu ihrer Einführung im Jahr 2000 [0,19 Cent] und 3,4-mal so hoch wie im Jahr 2010 [2,05 Cent].

Mit der EEG-Umlage wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert. Die Betreiber von Ökostrom-Anlagen erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde einen gesetzlich festgelegten Betrag.

Die Höhe der EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis an der Strombörse und dem Vergütungspreis für den Strom, den die Anlagenbetreiber erhalten. Einer der größten Preistreiber der Umlage für Haushalts- und Gewerbekunden sind die gewährten Industrierabatte in Milliardenhöhe.

Entwicklung der Netzentgelte 2008 – 2017

Netzentgelte für Haushaltskunden in Deutschland: 25,6% Anteil am Strompreis

Entwicklung Netzentgelte 10
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Der zweite wichtige Bestandteil [25,6%] des Strompreises für private Haushalte sind die Netzentgelte. Sie werden von den Netzbetreibern für den Bau, Betrieb und die Instandhaltung der Stromnetze erhoben. Bezahlt werden sie von den Stromanbietern, die wiederum die Kosten an ihre Kunden weitergeben. Die Netzentgelte liegen 2017 im Durchschnitt 6,7% über dem Vorjahresniveau. Als Grund für diese Steigerung wird der erforderliche Aus- und Umbau der Stromnetze genannt. Je nach Region können die zu zahlenden Netzentgelte stark variieren. Vor allem in den nördlichen und östlichen Bundesländern mit hohem Windkraftpotential werden weiterhin hohe Steigerungsraten erwartet. Firmen mit einem hohen Stromverbrauch [~ 10 Mio. kWh] sind seit 2011 von den Netzentgelten befreit, was den Strom für alle anderen Verbraucher verteuert. Seit 2008 sind die Netzentgelte um 27% gestiegen. Der in der Grafik dargestellte Wert für die Gebühren basiert auf einem Jahreshaushaltsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden.

Laut IWR ist der Anstieg der Netzentgelte nicht ausschließlich - wie oft berichtet wird - auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Die Investitionen in die Netze wurden von den Stromtransporteuren zwischen 1993 und 2003 um über 50% gedrosselt. Während im Jahr 1993 noch rund 4 Mrd. Euro in die Stromnetze investiert wurden, gingen die Investitionen in den folgenden Jahren immer weiter zurück, bis sie 2003 mit 1,7 Mrd. Euro den Tiefpunkt erreichten. Die Folge dieser Entwicklung ist ein hoher Modernisierungsbedarf bei den Stromnetzen. Die Investitionen steigen erst seit 2004 wieder und der entstandene Investitionsstau in die Netze löst sich langsam auf. Das Investitions-Niveau von 1993 haben die Netzbetreiber erst 20 Jahre später - im Jahr 2013 - wieder erreicht.

Entwicklung der Strompreise und Anzahl der Stromsperren

Anstieg der Stromsperren seit 2011 um 12,7%, Sperrandrohungen für 6,3 Millionen Anschlüsse

Statistik Anzahl der Stromsperren Deutschland
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Die Zahl der Stromsperren bei privaten Haushalten ist 2015 laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur auf den Höchstwert von 359.319 Fällen gestiegen. Gemäß Stromgrundversorgungsverordnung [§19 Abs. 2 StromGVV] hat ein Stromanbieter das Recht, die Versorgung zu unterbrechen, sobald der Kunde mit mindestens 100€ in der Kreide steht. So eine Stromsperre muss vorher angemahnt und angekündigt werden. 2015 wurden Sperrungen bei einem Rückstand von durchschnittlich 119€ angedroht [2014: 121€].

6,3 Mio. Sperrandrohungen - Jeder siebte Anschluss

Von den knapp 6,3 Millionen Sperrandrohungen der Stromlieferanten gegenüber ihren Kunden führten fast 25% zu einer Beauftragung des Netzbetreibers zur Durchführung der Unterbrechung. Bei 359.319 Anschlüssen wurde der Strom letztendlich auch abgestellt. Dies entspricht einer Quote von 0,9% aller Haushaltskunden in Deutschland. Geschätzte 10% der Unterbrechungen sind auf Mehrfachsperrungen beim selben Kunden zurückzuführen. Für die Durchführung einer Sperrung berechneten die Netzbetreiber ihren Kunden durchschnittlich 49€, für die Wiederherstellung der Versorgung wurden im Schnitt 52€ in Rechnung gestellt.

Seit 2011 ist ein Anstieg bei den Stromsperren um 12,7% zu verzeichnen. Als Hauptgrund für die immer größere Zahl der Unterbrechungen wird der stark gestiegene Strompreis vermutet, der im selben Zeitraum 14,2% zugelegt hat. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Kosten für die 40,4 Millionen deutschen Privathaushalte beinahe verdoppelt.

Ersparnis durch den Stromanbieterwechsel 2015

Stromanbieterwechsel 2015 sparte 9% mehr als im Vorjahr

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2015 konnten Privatkunden durch den Wechsel des Stromanbieters ihre jährlichen Kosten um durchschnittlich 279 € senken. Das sind 9% mehr als im Jahr 2014 [256 €].

Die Ersparnis der Stromkunden aus den westlichen Bundesländern [281 €] war rund 13% höher als die der Kunden im Osten [245 €]. Mit durchschnittlich 326 € konnten Rheinland- Pfälzer 2015 ihre Strompreise durch den Versorgerwechsel am weitesten senken . Im Saarland reduzierte ein Anbieterwechsel die jährliche Stromrechnung im Schnitt um 321 €, in Nordrhein-Westfalen um 295 €. Am geringsten war die Ersparnis in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Dort ließen sich die Strompreise durchschnittlich nur 223 € bzw. 229 € senken.

Energiekostenquote im Osten Deutschlands 25% höher als im Westen

Laut Berechnungen von Check24 verwendet der Single-Haushalte im Osten Deutschlands im Schnitt 6,15% seiner monatlichen Kaufkraft für Strom und Gas. Damit ist seine Energiekostenquote rund 25% höher als im Westen [4,92%]. Gründe sind die höheren Energiekosten im Osten und die durchschnittlich geringere Kaufkraft.

[Der Bundesdurchschnitt der Energiekostenquote liegt bei 5,1%, monatlich Energiekosten (Strom und Gas) liegen im Schnitt bei 93 €, die durchschnittliche Kaufkraft beträgt 1.823 €.]

So nennen Energieversorger Ihre Preiserhöhungen

Konkrete Formulierungen in den Mitteilungen zur Preiserhöhung für 2013

Erhöhung der Strompreise, Preiserhöhungsschreiben
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Angesichts der seit Jahren steigenden Strompreise hat Professorin Dr. Doréen Pick von der FU Berlin die Informationsbriefe deutscher Energieversorger untersucht, um herauszufinden wie Preiserhöhungen mitgeteilt werden.

Analysiert wurden 97 Kundenanschreiben, die zwischen November 2012 und Februar 2013 von bundesweit und regional operierenden Energieversorgern verschickt wurden.

Im Jahr 2013 betrug die Teuerungsrate für Verbraucher 11%. Diese Kostensteigerung zum Jahreswechsel motivierte innerhalb von 4 Monaten knapp 2 Millionen Verbraucher zum Wechsel ihres Stromanbieters. [3,6 Mio im ganzen Jahr]

Laut FU-Studie wird die Preiserhöhung so gut es geht verschleiert, statt transparent zu erklären, wie es zu der Erhöhung kommt. 9 von 10 Versorgern vermieden es, im Betreff klar und deutlich auf einen Anstieg der Preise hinzuweisen. Bevorzugt wurden Begriffe wie „Preisinformation“ oder „Jahresinformation“ verwendet. Etwas mehr als die Hälfte der Anbieter kündigte „Preisveränderungen“ an.

Die Verfasser der Studie entdeckten in den Kundenanschreiben eine Reihe Verschleierungsmechanismen, die das Ausmaß der Preissteigerungen im Unklaren ließen. 40% der Unternehmen informierten ausschließlich über den zukünftigen Preis, ohne Angaben zum aktuellen Tarif des Kunden zu machen oder die Differenz zum Vorjahr anzugeben. Die Unternehmen, die Informationen zur Preisveränderung lieferten, vermieden es bewusst, Prozentangaben zu verwenden, da diese negativer wahrgenommenen werden als absolute Beträge. Die Werte wurden zudem in Cent pro Kilowattstunde angegeben, ohne einen Zeitrahmen zu nennen, wie zum Beispiel "Mehrkosten pro Monat oder Jahr".

6% der Energieanbieter verzichten sogar darauf, Angaben zum Grund für die Preisanpassung zu machen, obwohl den Versorgern bekannt sein sollte, dass unbegründete Preiserhöhungen angefochten werden können.

Preisgarantien bei Stromverträgen 2016

Höhe und Verteilung angebotener Preisgarantien für Haushaltskunden

Strompreise und Preisgarantie
Preisgarantie, Strompreise

Strom wird 2017 wieder teurer. Deutschlands Stromnetzbetreiber haben eine Anhebung ihrer Preise zwischen 5% und 80% angekündigt. Die EEG-Umlage steigt um 8,3% und wird ab 1. Januar 6,88 Cent pro Kilowattstunde betragen.

Mit Preisgarantien sollen sich die Stromkunden vor steigenden Energierechnungen schützen - so werben die Energieversorger. Wie en vogue diese Entwicklung ist, zeigt eine Untersuchung der Top30 Tarifergebnisse der Stromvergleichsportale. Hier findet sich kein einziges Angebot mehr ohne Garantieversprechen.

Doch diese Preisgarantien sind lückenhafte Versprechen. Der Blick ins Kleingedruckte enthüllt eine ganze Liste von Fällen, in denen diese Garantien nicht gelten. Diese Sonderfälle betreffen häufig alle Steuern, Umlagen und Abgaben und damit 54% des Strompreises. Werden die Netzentgelte ebenfalls ausgeschlossen, entfallen weitere 24,6%. Erhöhen sich also diese Preisbestandteile, können die Kosten entsprechend angepasst werden.

Mit 80% am häufigsten wird die eingeschränkte Preisgarantie angeboten. Sie ist auf den Stromerzeugungsanteil, sowie die Netznutzungsentgelte begrenzt, schließt aber Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Damit gilt das Stabilitätsversprechen für weniger als die Hälfte des Strompreises [45,9%].

Nur 17% der untersuchten Stromanbieter garantieren volle Preisstabilität und meinen damit einen unveränderlichen Kostenanteil von 84%, weil auch sie die Mehrwertsteuer von der Garantie ausschließen.

Einer von 30 Anbietern verspricht die Stabilität der reinen Beschaffungskosten. Diese Energiepreisgarantie ist weniger umfassend und schließt alle Steuern sowie den Stromtransport aus. Damit gilt die Stabilitätszusage nur für 21,3% des Endkundenpreises.

Das Interesse an verlässlichen Kosten ist hoch, denn der Strompreis ist laut BDEW seit 2006 um 47,6% gestiegen. Die Steigerungsrate des häufig von der Garantie ausgenommenen Preisbestandteils "Steuern und Umlagen" betrug 104%. Die Netzentgelte sind im selben Zeitraum um 1,9% gestiegen. Die Kosten für Stromerzeugung und Vertrieb haben sich um 25% erhöht.

[Untersucht wurden die Angebote der 30 günstigsten Stromanbieter im September 2016. Die Garantien werden in der Regel für 12 Monate gegeben.]

Preis-Service-Verhältnis deutscher Stromanbieter

Verteilung der Stromanbieter nach Service-Index und Energiekosten im 1. Jahr

Stromanbieter Vergleich: Verhältnis Strompreise und Service
Bewertung, Service, Stromanbieter, Strompreise

Der Deutsche ist ein Sparfuchs: So lautet das Fazit des Marktforschungsinstituts YouGov. Demnach bezeichnen sich 67% der Deutschen selbst als sparsam, weshalb der Preis auch das Hauptkriterium [91%] für die Wahl eines neuen Stromversorgers ist. Dabei haben 64% der Verbraucher Angst, nach dem Versorgerwechsel bei einem unseriösen Anbieter zu landen, berichtet der Bund der Energieverbraucher.

Dass sich gute Leistung und günstige Preise nicht ausschließen, belegen zahlreiche Service- und Qualitätstests. Setzt man Service und Preis ins Verhältnis zueinander, wird deutlich, dass einige Anbieter einen besseren Service bieten, als der Preis vermuten lässt.

Im unteren Preissegment sind das 123energie, die Stadtwerke München und enviaM. Im höheren Preissegment wird den Stadtwerken Flensburg und "E wie einfach" ein guter Service-Index bestätigt. Den besten Service zu höheren Preisen bekommt man bei Lichtblick.

Ein vergleichsweise niedriges Service-Niveau attestieren die Tester dem Billiganbieter 365 AG mit den beiden Marken Meisterstrom und IdealEnergie, aber auch Voltera und prioenergie [Marke der ExtraEnergie GmbH] schneiden unterdurchschnittlich ab.

Die am wenigsten attraktive Kombination aus hohem Preis und niedriger Servicequalität bietet laut Service-Index der Stromanbieter Vattenfall.

Methodik der Preis-Service-Map

Die Servicebewertungen verschiedener Tests und Studien wurden vom Bund der Energieverbraucher zu einem Mittelwert, dem Service-Index zusammengefasst. Die Preisdaten wurden von Strom-Report.de für den Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh aus 3 Stromvergleichsrechnern ermittelt. Dabei wurde der Mittelwert des Anbieterpreises für die 5 größten Städte in Deutschland unter Berücksichtigung einer Bonuszahlung für das erste Lieferjahr gebildet. Zeitraum KW 36/37.

So lange arbeiten wir für unseren Strom

Arbeitsstunden pro Jahr für den Stromverbrauch eines 3-Personen-Haushaltes

Strompreisentwicklung und Entwicklung des Durchschnittsgehälter in Deutschland, Energie-Statistik Arbeitsstunden
Durchschnitt, Entwicklung, Gehalt, Lohn, Strompreise, Vergleich

Laut BDEW sind die Strompreise in diesem Jahr leicht zurück gegangen, doch ein 3-Personen-Haushalt zahlt derzeit monatlich noch immer 84 Euro [2014: 85 €]. Vergleicht man die Strompreise im Zehnjahres-Verlauf, kann der aktuelle Rückgang die starken Strompreis-Erhöhungen der Vorjahre nicht kompensieren. Ein 3-Personen-Haushalt zahlte 2005 nur etwas über 54 € pro Monat und musste für seinen Jahresstromverbrauch durchschnittlich 56 Stunden arbeiten. 2014 musste der Stromkunde bei gleichem Verbrauch 15 Stunden mehr arbeiten, um die Stromrechnung zu begleichen.

Strompreisentwicklung vs. Lohnentwicklung

Das Durchschnittsgehalt eines Arbeitnehmers* in Deutschland im Jahr 2014 lag bei etwa 14 Euro netto pro Stunde. Das sind gut 20 Prozent mehr als noch 2005. Im selben Zeitraum sind die Stromkosten für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden aber um 55 Prozent gestiegen.

Damit sind die Strompreise fast 3 mal so stark gestiegen, wie die Nettolöhne. Ein Arbeitnehmer musste im letzten Jahr daher durchschnittlich etwas mehr als 71 Stunden arbeiten, um die Stromrechnung für seine Familie zu bezahlen.

Die Zahl der Arbeitsstunden hat sich von 2013 auf 2014 verringert, weil die Reallöhne der Beschäftigten in Deutschland durch Lohnzuwächse und die geringe Inflation gestiegen sind. Die Preissteigerungen haben den Lohnanstieg nicht überkompensiert.

Grund für die hohen Energiekosten sind vor allem die in den letzten Jahren stark gestiegenen staatlich veranlassten Preisbestandteile wie Umlagen und Abgaben. So ist allein die EEG-Umlage von 0,69 Cent pro Kilowattstunde in 2005 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde in 2014 gestiegen.

* Bei der Berechnung eines Durchschnittsgehalts finden Branchen- oder Geschlechtsunterschiede sowie regionale Einkommensunterschiede keine Beachtung.

Strompreise für private Haushalte in Deutschland 2015

Jahrespreise für den Grundverssorgertarif und Preisgefälle zum günstigsten Tarif ohne Bonus

Strompreisvergleich Deutschland, Tarif der Grundversorger Stromatlas
Anbieter, Strompreise, Strompreisvergleich, Tarif, vergleichen

Die Frage „Was kostet Strom in Deutschland?“ wird meist mit dem durchschnittlichen Preis des Grundversorgertarifs beantwortet. Dabei ist das Preisgefälle innerhalb des Bundesgebietes hoch und nur noch 34% der Stromkunden sind im klassischen Grundversorger-Tarif, Tendenz abnehmend. 45% der deutschen Stromkunden haben bereits einen günstigeren Tarif beim Grundversorger und die verbleibenden 21% werden von einem alternativen Anbieter beliefert. [Vertragsstruktur Strom]

Der aktuell veröffentlichte Strompreis von 28,84 Cent je Kilowattstunde ist somit ein Richtwert mit starker Verzerrung.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat die Anzahl der Anbieter stark zugenommen, sodass heute laut Verivox 1.105 Versorger um die Gunst der Privatkunden konkurrieren. Pro Postleitzahlengebiet stehen etwa 50 Stromanbieter zur Belieferung mit unterschiedlichsten Preismodellen bereit.

Das Preisgefälle zwischen den angebotenen Tarifen innerhalb eines Postleitzahlengebiets liegt nicht selten in Bereichen zwischen 20 und 30%.
Beispiel Weimar: Hier beträgt der Preisunterschied im Vergleich zwischen dem Grundversorger-Tarif und dem günstigsten Online-Tarif der Stadtwerke Weimar bereits 14%. Die Differenz zu einem seriösen Alternativangebot beträgt aktuell 26% und steigt bis auf 38% für ein Angebot inklusive Neukunden-Bonuszahlung und Preisgarantie.*

Innerhalb Deutschlands ist das Preisgefälle ebenfalls deutlich ausgeprägt. Private Haushalte im Osten müssen weitaus mehr für ihren Strom bezahlen als westdeutsche Stromkunden. Derzeit werden die höchsten Kosten für Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen gemeldet. Über niedrigere Strompreise freuen sich die Kunden in Niedersachsen und Bayern.**
Als Grund für die deutlichen Preisunterschiede werden in erster Linie die unterschiedlich hohen Netzentgelte angeführt, die im Osten Deutschlands im Schnitt 23% teurer sind.

* | ** oben genannte Stromtarife, Stand 01.06.2015

* Weimar, Stromverbrauch 3.500 kWh/Jahr:
1.119 € - Grundversorgertarif HH der Stadtwerke Weimar (Grundpreis 60 €, 30,26 Cent/kWh)
969 € - Online-Tarif der Stadtwerke Weimar (Grundpreis 60 €, 26 Cent/kWh)
833 € - alternativer Tarif ohne Bonus: Grünwelt Energie grünstrom classic (Grundpreis 58 €, 22,16 Cent/kWh, Ökostrom, Preisgarantie)
679 € - alternativer Tarif mit Bonus: ExtraEnergie extra 12 (Grundpreis 140 €, 24,13 Cent/kWh, Bonus 140 €, Preisgarantie)

** Passau und Leipziger Land, Stromverbrauch 3.500 kWh/Jahr:
708 € - Grundversorgertarif Sw Passau (Grundpreis 107 €, 25,94 Cent/kWh)
1.255 € - Grundversorgertarif Sw Borna Leipziger Land (Grundpreis 77 €, 33,67 Cent/kWh)

Was zahlen Sie für Ihren Strom?

Verbraucher, die nicht wissen wie viel sie im Monat für ihren Stromverbrauch zahlen

Statistik Stromkunden, Kosten des Stromverbrauchs
Informationen, Stromkosten, Strompreise 2015

Laut Umfrage des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers halten sich die Deutschen im Allgemeinen für gut informiert, was ihre Stromkosten betrifft. Dabei weiß jeder sechste Deutsche nicht, wie viel er für seinen Stromverbrauch ausgibt. Der Informationsstand hängt hier stark vom Alter der Befragten ab.

Ein Drittel der Befragten unter 30 Jahren weiß nicht, wie viel sie für Strom ausgeben. Bei der Generation 60plus sind es nur 12%.

Misst man das Stromwissen nach Geschlecht, haben die Frauen die Nase vorn, denn hier kennen nur 13% Ihre Stromausgaben nicht. Bei den Männern sind es 5% mehr.

Daten: PricewaterhouseCoopers

Entwicklung Strom- und Erzeugerpreise 2006 – 2014

Entwicklung der Strompreise und der Kosten für Stromerzeugung & Vertrieb

Statistik, Entwicklung der Strompreise und Erzeugerpreise
Erzeugerpreise, Strompreise, Strompreisentwicklung, Strompreisvergleich

Die Erzeugerpreise, die 2013 noch bei 8,34 Cent pro Kilowattstunde lagen, sind in 2014 um 0,48 Cent auf 7,86 Cent gesunken und bestehen aus zwei Preisbestandteilen. Zum einen sind das die Kosten für die Stromproduktion im eigenen Kraftwerk oder für den Einkauf an der Strombörse, zum anderen die Kosten für den Vertrieb. Die genaue Kalkulation kann beim jeweiligen Stromanbieter angefordert werden.

Stromeinkauf an der Börse

Aufgrund des wachsenden Anteils der erneuerbaren Energien am Strommix sind die Börsenstrompreise am Spotmarkt in Deutschland stark gefallen (IWR). 2014 sank der Preis für die Kilowattstunde auf ein Rekordtief von durchschnittlich 3,3 Cent und machte damit kaum mehr als ein Zehntel des Verbraucherpreises aus.

Entwicklung der Strompreise und der Steuern

Entwicklung der Strompreise und der staatlich veranlassten Preisbestandteile

Statistik Entwicklung der Strompreise und der Steuern
Statistik, Steuern, Strompreise

Der Anteil der Steuern, Umlagen und Abgaben am Strompreis hat für private Verbraucher 2014 ein neues Rekordhoch erreicht. Mussten die Stromkunden vor 9 Jahren noch 7,74 Cent pro Kilowattstunde für die staatlich veranlassten Preisbestandteile bezahlen, hat sich dieser Betrag mittlerweile auf 15,26 Cent fast verdoppelt und macht für Haushaltskunden jetzt mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Der am stärksten gewachsene Preisbestandteil ist dabei die EEG-Umlage.

Strompreise in Europa 2014

Strompreise für Privathaushalte inkl. Steuern und Gebühren [bis 5.000 kWh]

Strompreise in Europa Statistik
europa, Strompreise

Die deutschen Strompreise liegen mit 29,8 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) im Vergleich weit über dem europäischen Durchschnitt (20,4 Cent/kWh). Den ersten Platz des Eurostat Rankings belegt Dänemark, denn dort zahlen die Verbraucher mit 30,4 Cent/kWh noch etwas mehr.
Der europäischen Statistik zufolge zahlen Stromkunden in Deutschland mehr als doppelt so viel wie ihre polnischen Nachbarn (14,2 Cent/kWh). Gemessen am verfügbaren Einkommen wurden die Menschen in Griechenland besonders stark zur Kasse gebeten. Der Strom kostete hier im Vergleich zum Vorjahr 13 % mehr. Die Stromkunden in Großbritannien mussten mit 10,2 % den zweithöchsten Strompreisanstieg in der EU hinnehmen. In einigen Ländern Europas sind die Preise auch gesunken. Spitzenplätze nehmen hier die Tschechische Republik (minus 15,9 %), Ungarn (14,0 %) und Norwegen (13,4 %) ein. In Serbien ist die Kilowattstunde mit 6,0 Cent im europäischen Vergleich am günstigsten.

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Electricity prices in Europe

German electricity prices are very high compared to the European average (20,4 cents/kWh). While 29.8 Cents per Kilowatt-hour seems a lot, it is not enough to head the list. Regarding electricity bills, Denmark is the most expensive country in Europe (30.4 cents/kWh). Eurostat

People in Greece had to pay through the nose for electricity in proportion to their income. Prices have been going up more than 13% during the last year. The UK reported at 10.2% the second highest increase in the EU.

Prices have fallen in many countries in the past month - particularly in Central and Eastern Europe. In the Czech Republic prices were reduced by 15,9 % and Hungary cut the prices by 14,0 %.