STROMPREIS IN DEUTSCHLAND

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist seit der Jahrtausendwende von 13,94 auf 29,16 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 109% beziehungsweise 6% pro Jahr. In diesen 29,16 Cent sind die Kosten für Stromerzeugung, Transport und alle Steuern und Abgaben enthalten.

Die Steuern, Abgaben und Umlagen haben sich seit 2000 fast verdreifacht [von 5,19 auf 16,1 Cent]. Insgesamt machen die staatlichen Belastungen heute mehr als die Hälfte des Strompreises aus [55%]. Auf Netzentgelte entfallen fast 26% und die verbleibenden 19% bekommt der Stromanbieter für die Stromerzeugung.

In diesem Jahr erhöhten bereits 430 Grundversorger die Strompreise um durchschnittlich 3,5%. Betroffen sind Gebiete mit etwa 17 Millionen Haushalten. Weitere Preisanpassungen werden erwartet, sodass sich der Trend nach oben fortsetzen wird.

Entwicklung Strompreis 10 Jahre [pro kWh]
Jahr
Strompreis Cent/kWh
Steuern, Abgaben, Umlagen
Netz-entgelte
Strom-erzeugung
201729,1655 %26 %19 %
201628,6954 %24 %22 %
201528,6852 %23 %25 %
201429,1452 %23 %25 %
201328,8450 %23 %27 %
201225,8945 %24 %31 %
201125,2345 %23 %32 %
201023,6941 %25 %34 %
200923,2138 %25 %37 %
200821,6539 %27 %34 %

Zusammensetzung Strompreis 2017

Durchschnittlicher Strompreis für Haushaltskunden in Deutschland

Zusammensetzung Strompreis, Deutschland, 2017
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Der Strompreis für private Verbraucher lag Anfang 2017 bei durchschnittlich 29,16 Cent pro Kilowattstunde und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 1,3% gestiegen.

Dieser Verbraucher-Strompreis setzt sich aus 3 Haupt-Bestandteilen zusammen:

55% für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.
 26% für die Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt.
19% für Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält.

Die staatlichen Belastungen haben 2017 mit einem Anstieg auf 55% ein neues Rekordhoch erreicht [+1,9% zu 2016]. Sie sind in den letzten 10 Jahren von 7,4 Cent auf 16,1 Cent gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt. [10 Jahres-Verlauf +118% | seit Liberalisierung des Strommarktes 1998 + 294%]

Der größte Teil im Bereich "Steuern und Abgaben" ist mit 23,6% die EEG-Umlage[10 Jahres-Verlauf +493%]

Den zweitgrößten Kostenblock in diesem Jahr verursachen die Netzentgelte. Sie erreichen aktuell einen Anteil von 25,6%. Die Steigerung um 6,7% wird mit dem erforderlichen Netzausbau im Rahmen der Energiewende begründet. [10 Jahres-Verlauf +27%]

Der Anteil, den der Stromanbieter für die Stromerzeugung erhält, ist in diesem Jahr auf 19,3% gesunken. Die Kosten haben sich aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen um mehr als 10% zum Vorjahreswert verringert. [10 Jahres-Verlauf -22%]

Erläuterungen zu den Preisbestandteilen

Stromsteuer: Teil der Ökosteuer, wurde 1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt, fließt jetzt aber zu einem großen Teil in die Rentenversicherung.

Umsatzsteuer: Mehrwertsteuer in Höhe von 19% auf alle Preisbestandteile, macht rechnerisch etwa 16% des Brutto-Preises aus.

EEG-Umlage: Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Der Betreiber einer Ökostrom-Anlage, z.B. Wind oder Sonne, erhält für jede eingespeiste Kilowattstunde eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die über dem Marktpreis liegt. Die EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis und dem garantierten Vergütungspreis des Stroms.

KWK-Umlage: 2002 eingeführte Umlage zur Förderung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

§19 NEV- Umlage: 2012 eingeführte Umlage, um die ermäßigten Netzentgelte für Industrieunternehmen zu finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage: 2013 eingeführte und auf 0,25 Cent gedeckelte Umlage zur Finanzierung von Schadensersatzforderungen, die durch Verzögerungen und Ausfälle bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks entstehen könnten.

Konzessionsabgabe: von der Kommune erhobenes Wegerecht für den Bau und Betrieb von Leitungen.

Netznutzungsentgelte: Kosten, die vom Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch ihre Netze erhoben werden. Davon werden die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes bezahlt. Das deutsche Stromnetz hat übrigens eine Gesamtlänge von rund 1,9 Millionen Kilometern.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW], Berechnungsgrundlage: Haushalt mit3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch

Strompreisentwicklung private Haushalte 2000 – 2017

Strompreise für private Haushalte beim Verbrauch von 3.500 kWh|Jahr

Strompreisentwicklung 20 Jahre
Strompreis, Strompreise, Strompreisentwicklung

Die Strompreise für private Haushalte sind seit Jahren im Aufwärtstrend und haben Anfang 2017 das Rekordhoch von 29,16 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh] erreicht. Bis Ende des Jahres ist mit einem weiteren Anstieg des Preisniveaus zu rechnen. Wegen der zur Jahreswende gestiegenen Netzentgelte und EEG-Umlage hat bereits im 1. Quartal 2017 beinahe jeder zweite Grundversorger [430] die Preise um Ø 3,5% erhöht.

Seit der Jahrtausendwende ist der Strompreis von 13,94 auf 29,16 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 109% beziehungsweise 6% pro Jahr.

Zu Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 fielen die Einkaufspreise für Strom an der Börse deutlich und die zunehmende Menge an Strom aus erneuerbaren Energien lassen den Großhandelspreis weiter sinken. Laut Statistischem Bundesamt profitieren die Privathaushalte davon nicht.

Quelle: Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Stromrechnung 3-Personen-Haushalt 2010 – 2017

Durchschnittliche monatliche Stromrechnung beim Verbrauch von 3.500 kWh|Jahr

Strompreisentwicklung 10 Jahre
2017, Statistik, Strompreis, Strompreise, Strompreisentwicklung

Laut Strompreis-Analyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW] ist der Strom für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden in diesem Jahr wieder teurer geworden.

Die durchschnittliche monatliche Belastung ist mit etwas mehr als 85 € im Vergleich zu 2016 um etwa 1,3% gestiegen, was mit der Verteuerung der gesetzlichen Umlagen und der Netzentgelte begründet wird.

Der Anteil "Steuern und staatlich veranlasste Abgaben" ist zu Beginn des Jahres 2017 um 1,9% auf ein neues Rekordhoch von 55% gestiegen. In vielen Versorgungsgebieten wurden die Netzentgelte ebenfalls erhöht, sodass die monatlichen Stromkosten bis Jahresende für Endkunden weiter steigen werden.

Weitere Grafiken zu den Strompreisen

Entwicklung EEG-Umlage
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Entwicklung Netzentgelte
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Strompreiserhöhungen 2018
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Strompreis-Service-Ranking
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Entwicklung der Strompreise und Anzahl der Stromsperren

Anstieg der Stromsperren seit 2011 um 12,7%, Sperrandrohungen für 6,3 Millionen Anschlüsse

Statistik Anzahl der Stromsperren Deutschland
Strompreise, Stromsperren

Die Zahl der Stromsperren bei privaten Haushalten ist 2015 laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur auf den Höchstwert von 359.319 Fällen gestiegen. Gemäß Stromgrundversorgungsverordnung [§19 Abs. 2 StromGVV] hat ein Stromanbieter das Recht, die Versorgung zu unterbrechen, sobald der Kunde mit mindestens 100€ in der Kreide steht. So eine Stromsperre muss vorher angemahnt und angekündigt werden. 2015 wurden Sperrungen bei einem Rückstand von durchschnittlich 119€ angedroht [2014: 121€].

6,3 Mio. Sperrandrohungen - Jeder siebte Anschluss

Von den knapp 6,3 Millionen Sperrandrohungen der Stromlieferanten gegenüber ihren Kunden führten fast 25% zu einer Beauftragung des Netzbetreibers zur Durchführung der Unterbrechung. Bei 359.319 Anschlüssen wurde der Strom letztendlich auch abgestellt. Dies entspricht einer Quote von 0,9% aller Haushaltskunden in Deutschland. Geschätzte 10% der Unterbrechungen sind auf Mehrfachsperrungen beim selben Kunden zurückzuführen. Für die Durchführung einer Sperrung berechneten die Netzbetreiber ihren Kunden durchschnittlich 49€, für die Wiederherstellung der Versorgung wurden im Schnitt 52€ in Rechnung gestellt.

Seit 2011 ist ein Anstieg bei den Stromsperren um 12,7% zu verzeichnen. Als Hauptgrund für die immer größere Zahl der Unterbrechungen wird der stark gestiegene Strompreis vermutet, der im selben Zeitraum 14,2% zugelegt hat. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Kosten für die 40,4 Millionen deutschen Privathaushalte beinahe verdoppelt.

Ersparnis durch den Stromanbieterwechsel 2015

Stromanbieterwechsel 2015 sparte 9% mehr als im Vorjahr

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2015 konnten Privatkunden durch den Wechsel des Stromanbieters ihre jährlichen Kosten um durchschnittlich 279 € senken. Das sind 9% mehr als im Jahr 2014 [256 €].

Die Ersparnis der Stromkunden aus den westlichen Bundesländern [281 €] war rund 13% höher als die der Kunden im Osten [245 €]. Mit durchschnittlich 326 € konnten Rheinland- Pfälzer 2015 ihre Strompreise durch den Versorgerwechsel am weitesten senken . Im Saarland reduzierte ein Anbieterwechsel die jährliche Stromrechnung im Schnitt um 321 €, in Nordrhein-Westfalen um 295 €. Am geringsten war die Ersparnis in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Dort ließen sich die Strompreise durchschnittlich nur 223 € bzw. 229 € senken.

Energiekostenquote im Osten Deutschlands 25% höher als im Westen

Laut Berechnungen von Check24 verwendet der Single-Haushalte im Osten Deutschlands im Schnitt 6,15% seiner monatlichen Kaufkraft für Strom und Gas. Damit ist seine Energiekostenquote rund 25% höher als im Westen [4,92%]. Gründe sind die höheren Energiekosten im Osten und die durchschnittlich geringere Kaufkraft.

[Der Bundesdurchschnitt der Energiekostenquote liegt bei 5,1%, monatlich Energiekosten (Strom und Gas) liegen im Schnitt bei 93 €, die durchschnittliche Kaufkraft beträgt 1.823 €.]

So nennen Energieversorger Ihre Preiserhöhungen

Konkrete Formulierungen in den Mitteilungen zur Preiserhöhung für 2013

Erhöhung der Strompreise, Preiserhöhungsschreiben
Preiserhöhung, Stromanbieter, Stromkunde, Strompreise

Angesichts der seit Jahren steigenden Strompreise hat Professorin Dr. Doréen Pick von der FU Berlin die Informationsbriefe deutscher Energieversorger untersucht, um herauszufinden wie Preiserhöhungen mitgeteilt werden.

Analysiert wurden 97 Kundenanschreiben, die zwischen November 2012 und Februar 2013 von bundesweit und regional operierenden Energieversorgern verschickt wurden.

Im Jahr 2013 betrug die Teuerungsrate für Verbraucher 11%. Diese Kostensteigerung zum Jahreswechsel motivierte innerhalb von 4 Monaten knapp 2 Millionen Verbraucher zum Wechsel ihres Stromanbieters. [3,6 Mio im ganzen Jahr]

Laut FU-Studie wird die Preiserhöhung so gut es geht verschleiert, statt transparent zu erklären, wie es zu der Erhöhung kommt. 9 von 10 Versorgern vermieden es, im Betreff klar und deutlich auf einen Anstieg der Preise hinzuweisen. Bevorzugt wurden Begriffe wie „Preisinformation“ oder „Jahresinformation“ verwendet. Etwas mehr als die Hälfte der Anbieter kündigte „Preisveränderungen“ an.

Die Verfasser der Studie entdeckten in den Kundenanschreiben eine Reihe Verschleierungsmechanismen, die das Ausmaß der Preissteigerungen im Unklaren ließen. 40% der Unternehmen informierten ausschließlich über den zukünftigen Preis, ohne Angaben zum aktuellen Tarif des Kunden zu machen oder die Differenz zum Vorjahr anzugeben. Die Unternehmen, die Informationen zur Preisveränderung lieferten, vermieden es bewusst, Prozentangaben zu verwenden, da diese negativer wahrgenommenen werden als absolute Beträge. Die Werte wurden zudem in Cent pro Kilowattstunde angegeben, ohne einen Zeitrahmen zu nennen, wie zum Beispiel "Mehrkosten pro Monat oder Jahr".

6% der Energieanbieter verzichten sogar darauf, Angaben zum Grund für die Preisanpassung zu machen, obwohl den Versorgern bekannt sein sollte, dass unbegründete Preiserhöhungen angefochten werden können.

So lange arbeiten wir für unseren Strom

Arbeitsstunden pro Jahr für den Stromverbrauch eines 3-Personen-Haushaltes

Strompreisentwicklung und Entwicklung des Durchschnittsgehälter in Deutschland, Energie-Statistik Arbeitsstunden
Durchschnitt, Entwicklung, Gehalt, Lohn, Strompreise, Vergleich

Laut BDEW sind die Strompreise in diesem Jahr leicht zurück gegangen, doch ein 3-Personen-Haushalt zahlt derzeit monatlich noch immer 84 Euro [2014: 85 €]. Vergleicht man die Strompreise im Zehnjahres-Verlauf, kann der aktuelle Rückgang die starken Strompreis-Erhöhungen der Vorjahre nicht kompensieren. Ein 3-Personen-Haushalt zahlte 2005 nur etwas über 54 € pro Monat und musste für seinen Jahresstromverbrauch durchschnittlich 56 Stunden arbeiten. 2014 musste der Stromkunde bei gleichem Verbrauch 15 Stunden mehr arbeiten, um die Stromrechnung zu begleichen.

Strompreisentwicklung vs. Lohnentwicklung

Das Durchschnittsgehalt eines Arbeitnehmers* in Deutschland im Jahr 2014 lag bei etwa 14 Euro netto pro Stunde. Das sind gut 20 Prozent mehr als noch 2005. Im selben Zeitraum sind die Stromkosten für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden aber um 55 Prozent gestiegen.

Damit sind die Strompreise fast 3 mal so stark gestiegen, wie die Nettolöhne. Ein Arbeitnehmer musste im letzten Jahr daher durchschnittlich etwas mehr als 71 Stunden arbeiten, um die Stromrechnung für seine Familie zu bezahlen.

Die Zahl der Arbeitsstunden hat sich von 2013 auf 2014 verringert, weil die Reallöhne der Beschäftigten in Deutschland durch Lohnzuwächse und die geringe Inflation gestiegen sind. Die Preissteigerungen haben den Lohnanstieg nicht überkompensiert.

Grund für die hohen Energiekosten sind vor allem die in den letzten Jahren stark gestiegenen staatlich veranlassten Preisbestandteile wie Umlagen und Abgaben. So ist allein die EEG-Umlage von 0,69 Cent pro Kilowattstunde in 2005 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde in 2014 gestiegen.

* Bei der Berechnung eines Durchschnittsgehalts finden Branchen- oder Geschlechtsunterschiede sowie regionale Einkommensunterschiede keine Beachtung.

Strompreise für private Haushalte in Deutschland 2015

Jahrespreise für den Grundverssorgertarif und Preisgefälle zum günstigsten Tarif ohne Bonus

Strompreisvergleich Deutschland, Tarif der Grundversorger Stromatlas
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Die Frage „Was kostet Strom in Deutschland?“ wird meist mit dem durchschnittlichen Preis des Grundversorgertarifs beantwortet. Dabei ist das Preisgefälle innerhalb des Bundesgebietes hoch und nur noch 34% der Stromkunden sind im klassischen Grundversorger-Tarif, Tendenz abnehmend. 45% der deutschen Stromkunden haben bereits einen günstigeren Tarif beim Grundversorger und die verbleibenden 21% werden von einem alternativen Anbieter beliefert. [Vertragsstruktur Strom]

Der aktuell veröffentlichte Strompreis von 28,84 Cent je Kilowattstunde ist somit ein Richtwert mit starker Verzerrung.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat die Anzahl der Anbieter stark zugenommen, sodass heute laut Verivox 1.105 Versorger um die Gunst der Privatkunden konkurrieren. Pro Postleitzahlengebiet stehen etwa 50 Stromanbieter zur Belieferung mit unterschiedlichsten Preismodellen bereit.

Das Preisgefälle zwischen den angebotenen Tarifen innerhalb eines Postleitzahlengebiets liegt nicht selten in Bereichen zwischen 20 und 30%.
Beispiel Weimar: Hier beträgt der Preisunterschied im Vergleich zwischen dem Grundversorger-Tarif und dem günstigsten Online-Tarif der Stadtwerke Weimar bereits 14%. Die Differenz zu einem seriösen Alternativangebot beträgt aktuell 26% und steigt bis auf 38% für ein Angebot inklusive Neukunden-Bonuszahlung und Preisgarantie.*

Innerhalb Deutschlands ist das Preisgefälle ebenfalls deutlich ausgeprägt. Private Haushalte im Osten müssen weitaus mehr für ihren Strom bezahlen als westdeutsche Stromkunden. Derzeit werden die höchsten Kosten für Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen gemeldet. Über niedrigere Strompreise freuen sich die Kunden in Niedersachsen und Bayern.**
Als Grund für die deutlichen Preisunterschiede werden in erster Linie die unterschiedlich hohen Netzentgelte angeführt, die im Osten Deutschlands im Schnitt 23% teurer sind.

* | ** oben genannte Stromtarife, Stand 01.06.2015

* Weimar, Stromverbrauch 3.500 kWh/Jahr:
1.119 € - Grundversorgertarif HH der Stadtwerke Weimar (Grundpreis 60 €, 30,26 Cent/kWh)
969 € - Online-Tarif der Stadtwerke Weimar (Grundpreis 60 €, 26 Cent/kWh)
833 € - alternativer Tarif ohne Bonus: Grünwelt Energie grünstrom classic (Grundpreis 58 €, 22,16 Cent/kWh, Ökostrom, Preisgarantie)
679 € - alternativer Tarif mit Bonus: ExtraEnergie extra 12 (Grundpreis 140 €, 24,13 Cent/kWh, Bonus 140 €, Preisgarantie)

** Passau und Leipziger Land, Stromverbrauch 3.500 kWh/Jahr:
708 € - Grundversorgertarif Sw Passau (Grundpreis 107 €, 25,94 Cent/kWh)
1.255 € - Grundversorgertarif Sw Borna Leipziger Land (Grundpreis 77 €, 33,67 Cent/kWh)

Was zahlen Sie für Ihren Strom?

Verbraucher, die nicht wissen wie viel sie im Monat für ihren Stromverbrauch zahlen

Statistik Stromkunden, Kosten des Stromverbrauchs
Informationen, Stromkosten, Strompreise 2015

Laut Umfrage des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers halten sich die Deutschen im Allgemeinen für gut informiert, was ihre Stromkosten betrifft. Dabei weiß jeder sechste Deutsche nicht, wie viel er für seinen Stromverbrauch ausgibt. Der Informationsstand hängt hier stark vom Alter der Befragten ab.

Ein Drittel der Befragten unter 30 Jahren weiß nicht, wie viel sie für Strom ausgeben. Bei der Generation 60plus sind es nur 12%.

Misst man das Stromwissen nach Geschlecht, haben die Frauen die Nase vorn, denn hier kennen nur 13% Ihre Stromausgaben nicht. Bei den Männern sind es 5% mehr.

Daten: PricewaterhouseCoopers

Entwicklung Strom- und Erzeugerpreise 2006 – 2014

Entwicklung der Strompreise und der Kosten für Stromerzeugung & Vertrieb

Statistik, Entwicklung der Strompreise und Erzeugerpreise
Erzeugerpreise, Strompreise, Strompreisentwicklung, Strompreisvergleich

Die Erzeugerpreise, die 2013 noch bei 8,34 Cent pro Kilowattstunde lagen, sind in 2014 um 0,48 Cent auf 7,86 Cent gesunken und bestehen aus zwei Preisbestandteilen. Zum einen sind das die Kosten für die Stromproduktion im eigenen Kraftwerk oder für den Einkauf an der Strombörse, zum anderen die Kosten für den Vertrieb. Die genaue Kalkulation kann beim jeweiligen Stromanbieter angefordert werden.

Stromeinkauf an der Börse

Aufgrund des wachsenden Anteils der erneuerbaren Energien am Strommix sind die Börsenstrompreise am Spotmarkt in Deutschland stark gefallen (IWR). 2014 sank der Preis für die Kilowattstunde auf ein Rekordtief von durchschnittlich 3,3 Cent und machte damit kaum mehr als ein Zehntel des Verbraucherpreises aus.

Entwicklung der Strompreise und der Steuern

Entwicklung der Strompreise und der staatlich veranlassten Preisbestandteile

Statistik Entwicklung der Strompreise und der Steuern
Statistik, Steuern, Strompreise

Der Anteil der Steuern, Umlagen und Abgaben am Strompreis hat für private Verbraucher 2014 ein neues Rekordhoch erreicht. Mussten die Stromkunden vor 9 Jahren noch 7,74 Cent pro Kilowattstunde für die staatlich veranlassten Preisbestandteile bezahlen, hat sich dieser Betrag mittlerweile auf 15,26 Cent fast verdoppelt und macht für Haushaltskunden jetzt mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Der am stärksten gewachsene Preisbestandteil ist dabei die EEG-Umlage.