Der Strompreis für Gewerbe in Deutschland

Einen einheitlichen Strompreis für alle Gewerbe und Unternehmen in Deutschland gibt es nicht, da sich die einzelnen Preisbestandteile je nach Verbrauch und Region stark unterscheiden. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht jährlich einen durchschnittlichen Strompreis, für dessen Ermittlung die Preise von mehr als 700 Energielieferanten ausgewertet werden.

Der Strompreis für kleine Gewerbe mit einem Jahresverbrauch von maximal 50.000 kWh lag 2016 bei 21,2 Cent pro Kilowattstunde. Laut BDEW zahlten mittlere Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch von 2 bis 20 Mio. kWh im Schnitt nur 15,6 Cent|kWh. Diese Unternehmen profitieren vor allem von geringeren Umlagen, Steuern und Netzentgelten.

 

Strompreis Gewerbe kWh

Ø 21,19 Cent|kWh

Strompreiszusammensetzung Gewerbe

Preisbestandteil
Preis in Cent
Prozent
Stromerzeugung5,15 ct24%
Netzentgelte5,85 ct28%
Steuern und Abgaben10,19 ct48%
Stromtarife für Gewerbe mit Preisgarantie und Bonus
1.600
2.400
3.200
4.000
Eigener Verbrauch
kWh

Zusammensetzung des Strompreises für Gewerbe

Stromtarife für Gewerbe bestehen in der Regel aus einer monatlichen Grundgebühr für den Stromanschluss und einem Arbeitspreis [kWh-Preis], der für die tatsächlich verbrauchte Energie gezahlt wird. Dieser Strompreis für Gewerbeanschlüsse lag Anfang 2016 im bundesdeutschen Durchschnitt bei 21,19 Cent pro Kilowattstunde.

Der Gewerbestrompreis setzt sich aus 3 Bestandteilen zusammen:
24% für Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält.
28% für die Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt.
48% für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.

Preisbestandteil
Preis in Cent
Prozent
Stromerzeugung5,15 ct24,3%
Netzentgelte5,85 ct27,6%
EEG-Umlage6,35 ct30%
Stromsteuer2,05 ct9,7%
Weitere Abgaben1,79 ct8,4%
Strompreis Gewerbe Zusammensetzung
Strompreis Zusammensetzung für Gewerbe

Stromerzeugung

Der Stromanbieter bekommt nur noch 24% für die Stromerzeugung oder den Stromeinkauf. Das ist dann auch der Teil des Strompreises, den er noch beeinflussen kann. Zurzeit sind das im Durchschnitt 5,15 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten haben sich wegen der sinkenden Preise an den Strombörsen in den letzten Jahren stark verringert. Der Großhandelspreis [Einkaufspreis für Strom an der Strombörse] ist 2016 unter die 3-Cent-Marke [je Kilowattstunde] gefallen. Da bleibt ein Spielraum für die Preisgestaltung von knapp 2 Cent.

Netzentgelte

Die Netzentgelte [NNE] sind Kosten, die vom Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch ihre Netze erhoben werden. Davon werden die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes bezahlt. Diese Gebühren sind der zweitgrößten Kostenblock des Strompreises. Sie erreichen aktuell einen Anteil von fast 28%. Die Steigerungen der letzen Jahre werden mit dem erforderlichen Netzausbau im Rahmen der Energiewende begründet.

Steuern, Abgaben und Umlagen

Die staatlichen Belastungen haben mit einem Anstieg auf 48% ein neues Rekordhoch erreicht. Der größte Kostenblock im Bereich „Steuern und Abgaben“ ist mit 30% die EEG-Umlage.

Gewerbe Strompreis: Steuern und Abgaben im Detail

Stromsteuer: Teil der Ökosteuer, wurde 1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt, fließt jetzt aber zu einem großen Teil in die Rentenversicherung.

EEG-Umlage: Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Der Betreiber einer Ökostrom-Anlage, z.B. Wind oder Sonne, erhält für jede eingespeiste Kilowattstunde eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die über dem Marktpreis liegt. Die EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis und dem garantierten Vergütungspreis des Stroms.

KWK-Umlage: 2002 eingeführte Umlage zur Förderung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

§19 NEV- Umlage: 2012 eingeführte Umlage, um die ermäßigten Netzentgelte für Industrieunternehmen zu finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage: 2013 eingeführte und auf 0,25 Cent gedeckelte Umlage zur Finanzierung von Schadensersatzforderungen, die durch Verzögerungen und Ausfälle bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks entstehen könnten.

Konzessionsabgabe: von der Kommune erhobenes Wegerecht für den Bau und Betrieb von Leitungen.

Umsatzsteuer: Mehrwertsteuer in Höhe von 19% auf alle Preisbestandteile, macht rechnerisch etwa 16% des Brutto-Preises aus.

 

So hat sich der Strompreis für Gewerbe 2006 – 2016 entwickelt

Strompreisentwicklung

Strompreis Gewerbe Entwicklung

Der Strompreis für kleine Gewerbe mit einem Jahresverbrauch von 50.000 kWh lag 2016 bei 21,2 Cent pro Kilowattstunde. Mittlere Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch von 2 bis 20 Mio. kWh zahlten im Schnitt bei 15,6 Cent|kWh. Diese Unternehmen profitieren vor allem von geringeren Umlagen, Steuern und Netzentgelten.

Der Strompreis für Gewerbeanschlüsse ist im 10-Jahresverlauf um 7% gestiegen. Er hatte 2013 seinen Höchstwert mit  26,7 Cent|kWh [+34,8%] erreicht und ist bis 2016 wieder um fast 20,6% gesunken.

Strompreis für Gewerbe

JahrStrompreis kWh
200619,4 Cent
200719,8 Cent
200819,8 Cent
200921,1 Cent
201021,5 Cent
201123,4 Cent
201223,9 Cent
201326,7 Cent
201421,9 Cent
201521,5 Cent
201621,2 Cent

 

Strompreisentwicklung für Gewerbe 2018

Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage um 0,09 Cent sinken und ab 1. Januar 6,79 Cent pro Kilowattstunde betragen. Dieser Rückgang von 1,3% könnte Stromrechnung eines durchschnittlichen Gewerbes [25.000 kWh p.a.] um 22,50 € reduzieren.

Ein weitaus größerer Faktor für die Preisentwicklung in diesem Jahr ist der Stromtransport [Anteil 28% am Gewerbestrompreis]. Die aktuellen Preisankündigungen der großen Stromnetzbetreiber sehen einen weiteren Anstieg der Netzentgelte für 2018 vor, denn der Ausbau der Netze und Netzstabilierungsmaßnahmen verschlingen Milliarden.

Beim Netzbetreiber Amprion steigen die Preise im kommenden Jahr am stärksten an [+45%]. Transnet BW hat eine Preiserhöhung um 13% angekündigt und Tennet wird 9% höhere Durchleitungsgebühren berechnen. Die Netzentgelte im Osten Deutschlands werden im kommenden Jahr voraussichtlich um 11% sinken, kündigte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz an.

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