2018-01-20

Erneuerbare Energien Deutschland: Bundesländer im Vergleich

Erneuerbare Energien Factsheet VorschauErneuerbare Energien sind die wichtigste Stromquelle in Deutschland. Sonne, Wind und Co. sind die Eckpfeiler bei der Umgestaltung des deutschen Energiesystems hin zu einer klimafreundlichen Stromversorgung und der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Gute Bilanz: Zur wichtigsten Stromquelle in nur 20 Jahren

In nur 20 Jahren ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von knapp 4% auf 30% gestiegen. Damit wurden die Regenerativen 2016 zur wichtigsten Energiequelle im deutschen Strommix.
In weiteren 8 Jahren [2025], so will es der Ausbauplan, sollen sie mindestens 40 bis 45% unseres Strombedarfs decken und bis 2035 sollen die Erneuerbaren Energien 55 bis 60% der Stromerzeugung übernehmen.

In den 20 Jahren ist viel passiert: Die jungen Technologien haben sich erfolgreich bewährt und Ihr Zubau ist sprunghaft gestiegen. Windenergie, Biomasse und Photovoltaik haben stark an Bedeutung gewonnen und zusammen mit der Wasserkraft im vergangenen Jahr 191,4 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.

Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Stromproduktion konnte bis 2015 eine kräftige Steigerung verzeichnen. Das im Vergleich nur geringfügige Wachstum im Jahr 2016 ist ausschließlich auf einen witterungsbedingten Rückgang der Stromerzeugung zurückzuführen. 2016 war deutlich windschwächer und auch die Anzahl der Sonnenstunden war niedriger als 2015.

Wind-, Sonnenenergie und Biomasse sind die wichtigsten regenerativen Energieträger. Der Wind erzeugte 2016 mit fast 80 Milliarden Kilowattstunden [Mrd. kWh] insgesamt den größten Beitrag [12,3%] zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und hätte damit rechnerisch 22,8 Millionen deutsche Haushalte mit Strom versorgen können. Bundesweit lag die Stromproduktion aus Biomasse-Anlagen 2016 bei knapp 51 Mrd. kWh [7,9%].  Die Photovoltaik erwirtschaftete 5,9% der hierzulande erzeugten Strommenge. Es wurden mehr als 38 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Solarenergie ins deutsche Stromnetz eingespeist.

Investitionen in Erneuerbare Energien in Deutschland

Die Erneuerbaren Energien sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Im Jahr 2016 wurden knapp 14,2 Mrd. Euro in den Neubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Investitionen leicht [14,6 Mrd. €].
Mit 9,2 Mrd. Euro wurde der Löwenanteil in der Windbranche investiert. 2,3 Milliarden flossen in den Bau neuer Photovoltaik Anlagen und 1,6 Milliarden in den Biomasse-Sektor. Insbesondere beim Biogas, verlagert sich der Fokus immer stärker auf die Modernisierung und Erweiterung von Bestandsanlagen.

Vermiedene Treibhausgasemissionen durch Erneuerbare Energien

Werden fossile Energieträger durch Erneuerbare Energien ersetzt, sinken die energiebedingten Treibhausgasemissionen. Insgesamt wurden 2016 durch die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien rund 159 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Biomasse sparte mit 64 Mio. Tonnen am meisten ein, gefolgt von der Windenergie mit etwas mehr als 52 Mio. Tonnen. Durch die Stromerzeugung aus Photovoltaik konnten 23,3 Millionen Tonnen CO2 [-Äquivalente] eingespart werden.

Erneuerbare Energien in den Bundesländern

Klimaziele und Energiepolitik werden zwar national oder international festgelegt, doch beim Ausbau der Erneuerbaren Energien haben die Bundesländer eine wichtige Funktion, denn die Energiewende wird in den Städten und Gemeinden umgesetzt.

Studie: Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017

Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind im Bereich der Erneuerbaren Energien die führenden Bundesländer. Das ist das Ergebnis des Ende 2017 veröffentlichten Bundesländervergleichs. Die Studie bewertet detailliert die politischen Anstrengungen und Erfolge der Länder bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien sowie die damit verbundene wirtschaftliche und technische Entwicklung.

Baden-Württemberg punktet vor allem mit seinem politischen Input zur Nutzung Erneuerbarer Energien, Mecklenburg-Vorpommern ist im Bereich Strukturwandel stark und Bayern kann weiterhin auf hohe Ausbauzahlen bei den Erneuerbaren stolz sein.

Zur Studie

Verteilung der Erneuerbare-Energien-Anlagen

42% der an Land installierten Windkraft-Anlagen stehen im Norden Deutschlands. Hier liegen auch die beiden entwicklungsstärksten Länder: Niedersachsen mit 9.324 Megawatt installierter Leistung und Schleswig-Holstein [6449 MW]. In der Mitte der Bundesrepublik stehen 43% aller Windenergieanlagen. Das entwicklungsstärkste Land ist hier Brandenburg mit einer Leistung von 6.337 MW. Windenergie in Deutschland

41% der in Deutschland installierten Solarleistung steht im Süden Deutschlands in den beiden entwicklungsstärksten Ländern Bayern [11.637 MW] und Baden-Württemberg [5.393 MW]. Rang 3 geht an Nordrhein-Westfalen mit 4.498 MW.  Photovoltaik in Deutschland

Strom aus Biomasse wird größtenteils in den landwirtschaftlich geprägten Bundesländern aus Energiepflanzen wie Raps, Getreide oder Mais gewonnen. Bayern hat mit 1.459 MW die meiste Bioenergie-Leistung installiert dicht gefolgt von Niedersachsen [1.353 MW]. Platz 3 im Ranking belegt auch bei der Bioenergie an Nordrhein-Westfalen mit 753 Megawatt.

Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung steigt stetig. Den größten Ökostrom-Anteil an der Bruttostromerzeugung auf Bundesland-Ebene 2015 erreichte Mecklenburg-Vorpommern [70%] gefolgt von Thüringen [58,6%] und Sachsen-Anhalt [55 %]. Doch bei der Bewertung dieser Zahlen gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern, denn einige sind Stromimport- andere Stromexport-Länder. Um zu ermitteln, wie nachhaltig ein Bundesland ist, wird der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch des Landes betrachtet. Dieser errechnet sich aus der Bruttostromerzeugung zuzüglich des Stromimports und abzüglich des Stromexports.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch war im Jahr 2015 in Schleswig-Holstein mit 113,9% am höchsten. Nur ganz knapp hinter dem Spitzenreiter folgt Mecklenburg- Vorpommern mit einem Anteil von 112,8%. Diese beiden Bundesländer können damit den eigenen Stromverbrauch rein rechnerisch bereits komplett regenerativ decken. Mit weitem Abstand folgen Brandenburg [78%] und Sachsen-Anhalt [73%].

Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche

Bundesweit sind über 330.000 Menschen in Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche beschäftigt. Die meisten dieser Unternehmen, darunter internationale Konzerne, mittelständische Unternehmen und kleine Handwerksbetriebe, haben sich in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen angesiedelt.

Die Anzahl der Unternehmen in der EE-Branche wird aber erst aussagekräftig, betrachtet man die Menge der Mitarbeiter. Die meisten Beschäftigten, bezogen auf die Gesamtbeschäftigtenzahl pro Bundesland, findet man in Sachsen-Anhalt mit 2,53%. Dort arbeiten die Menschen vorrangig in der Windbranche. Auf Platz 2 liegt Mecklenburg-Vorpommern mit einem Beschäftigungsanteil von 2,1%, gefolgt von Brandenburg [1,82%]. In beiden Bundesländern sind die Jobs vorrangig in den Bereichen Biomasse und Windkraft zu finden.

Ausgaben für Forschung & Entwicklung im Bereich Erneuerbaren Energien

Bei der Förderung von Forschung und Entwicklung im Erneuerbare-Energien-Sektor liegt Niedersachsen an der Spitze mit den Forschungsschwerpunkten Windenergie und Geothermie. Auf Platz 2 folgt Mecklenburg-Vorpommern mit aktuell deutlich steigenden Ausgaben [Fokus Windenergie]. Der dritte Rang geht trotz deutlich gesunkener Forschungsausgaben an Bremen [Forschungsschwerpunkt Windenergie].

Die meisten Studiengänge im Bereich Erneuerbarer Energien bieten Thüringen [3,24%] und Sachsen [2,75 %]. Mit großem Abstand folgt Niedersachsen [1,69%].

Die Forschungsausgaben werden für den Bundesländervergleich jeweils auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bezogen. Der Anteil EE-Studiengänge wird gemessen an der Gesamtzahl aller Studiengänge.

Die Deutschen stehen hinter den Erneuerbaren Energien

95% der Deutschen halten den verstärkten Ausbau und die Nutzung der alternativen Quellen für wichtig. Sie verbinden damit den Schutz des Klimas und einen Beitrag zur Generationsgerechtigkeit. 65% der Deutschen stehen regenerativen Erzeugungsanlagen auch in der eigenen Nachbarschaft positiv gegenüber.  Zur Umfrage

Weitere Informationen zu den Erneuerbaren Energien in Deutschland

Vergleich der Bundesländer: Analyse der Erfolgsfaktoren für den Ausbau der Erneuerbaren Energien 2017 Indikatoren und Ranking
Föderal Erneuerbar: Das Bundesländerportal zu Erneuerbaren Energien.
icon name=“jump“] Energy Charts vom Fraunhofer zur Stromproduktion in Deutschland
Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland
Die neue Informationsplattform SMARD bildet nahezu in Echtzeit aktuelle Entwicklungen am Strommarkt ab: Stromerzeugung [auch Erneuerbare Energien], Strompreise, Export/Import.
Talking Cards: Die wichtigsten Fakten zu Erneuerbaren Energien.

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